Mi, 23. Jänner 2019

Mayer Siebenter

14.12.2018 13:09

Österreicher bestaunen Svindals siebenten Streich

Am Ende hat doch wieder der „Mister Gröden“ triumphiert. Der an Knie und Daumen lädierte Aksel Lund Svindal fuhr am Freitag im Super-G von Gröden seinen insgesamt siebenten Sieg auf der Saslong heraus. Für die Abfahrer des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) setzte es hingegen eine so nicht erwartete Niederlage. Als Bester musste sich Matthias Mayer (+0,83 Sek.) mit dem siebenten Platz begnügen.

Der 35-jährige Svindal holte seinen 36. Weltcup-Sieg mit einem fulminanten Finish 0,05 Sekunden vor dem Südtiroler Christoph Innerhofer und 0,27 vor seinem norwegischen Landsmann Kjetil Jansrud. Er zog damit in der ewigen Bestenliste mit Benjamin Raich gleich.

Keine Pensionsgelüste
In Gröden ist Svindal mit seinen nunmehr sieben Erfolgen der unangefochtene Rekordhalter. Den Super-G gewann er schon zum fünften Mal. „Vor der Saison war ich mir nicht sicher, ob ich weiterfahre“, verriet der mit einer Daumenverletzung gehandicapte Svindal. „Aber solange es so geht, kann man gut weiterfahren.“

Die seit langer Zeit ersten drei Speed-Stationen auf der Tour - Lake Louise, Beaver Creek, Gröden - kämen ihm sehr entgegen, sagte der Abfahrts-Olympiasieger 2018. Am Samstag könnte er mit einem Sieg in der Abfahrt (11.45 Uhr) als erster Läufer ein zweites Gröden-Double fixieren. 2015 hatte Svindal bereits beide Speed-Rennen gewonnen.

Österreicher hinter Erwartungen
Die mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangenen Österreicher fanden diesmal auf der Saslong und mit der Kurssetzung des Franzosen Xavier Fournier Bidoz nicht zurecht. Hannes Reichelt (0,92) belegte Rang neun, Max Franz (1,12) wurde nur Zwölfter, Christoph Krenn und Vincent Kriechmayr (beide 1,14) teilten sich den 13. Platz. Christian Walder (1,62) schaffte es als 30. gerade noch in die Punkteränge.

„Grundsätzlich habe ich attackiert vom ersten Tor bis ganz unten“, lautete die erste Nachbetrachtung von Matthias Mayer. „Was sicher nicht gepasst hat, war die Ausfahrt Ciaslat, wo ich so weit in die Kompression gesprungen bin. Da habe ich bis ins Ziel einfach noch einmal ziemlich etwas aufgerissen, da wäre auf den Aksel sicher etwas möglich gewesen.“ Das Podium wäre aber außer Reichweite gewesen, urteile der Doppel-Olympiasieger.

„Ich hätte versucht zu attackieren, habe es einfach bei ein paar Stellen übertrieben und bin dann ein bisschen danebengestanden“, analysierte Reichelt. „Es wäre definitiv besser gegangen.“ Der Rückstand schockiere ihn aber nicht.

„Es wäre mir nicht vorgekommen, dass es ganz schlecht war. Der Mittelteil hat mir eigentlich ganz gut gefallen, da ist ganz gut was weitergegangen“, meinte der als Mitfavorit ins Rennen gegangene Franz. „Aber das herunten war ein Blödsinn. Das gehört schöner gefahren.“ Es sei jedenfalls „ein interessanter Super-G“ gewesen. „Vielleicht habe ich die eine oder andere Passage anders eingeschätzt. Schade, dass ich es nicht herunter gebracht habe.“

Kriechmayr: „Scheiße“
Kriechmayr fiel zunächst nur ein Wort ein. „Für mich war es scheiße, Entschuldigung für den Ausdruck“, sagte der Oberösterreicher. Ganz erklären konnte er sich seinen Rückstand nicht. „Ich glaube, ich bin ein bisschen zu grob gefahren, ein bisschen zu hart. Und auf dem Schnee zieht es dir dann die km/h ein bisserl raus.“

Svindal sei, so der Tenor, in seiner unnachahmlichen Art gefühlvoller gefahren. „Der Aksel kann das, der driftet ein bisschen rein und wird nicht langsamer. Das ist das, wo er einfach so begnadet ist. Beeindruckend“, meinte Reichelt.

Innerhofer: „Echt gewaltig“
Für Innerhofer war es der zweite Podestplatz in diesem Weltcup-Winter nach Platz zwei in der Lake-Louise-Abfahrt. „Es war echt gewaltig, ins Ziel zu fahren und die Fans jubeln zu sehen. Danke für die Unterstützung“, sagte der Lokalmatador. „Ich lass mich überraschen, was noch kommt. Wichtig ist, dass man gesund ist. Dann kommen bei mir die schnellen Zeiten von alleine.“

Svindal übernahm mit seinem ersten Saisonsieg die Führung im Gesamt-Weltcup. Er liegt nun 17 Punkte vor Marcel Hirscher, der erst am Sonntag mit dem Riesentorlauf-Klassiker von Alta Badia wieder einsteigt. In Bezug auf die große Kugel hat der Norweger aber weiter verhaltene Ambitionen: „Es wäre vielleicht möglich, wenn Marcel nicht so stark wäre.“

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