„Gefährlicher Einsatz“

Gasflaschenbrand: Sperrzone wegen Explosionsgefahr

Ausnahmezustand am Dienstagvormittag im Industriegebiet Seyring in niederösterreichischen Gerasdorf: 32 Gasflaschen gerieten in Brand, ein Arbeiter wurde schwer verletzt. Die Flammen konnten zwar rasch gelöscht werden, doch es herrschte Explosionsgefahr. Ein Platzverbot im Umkreis von 150 Metern wurde ausgesprochen, rund 30 Anrainer mussten ihre Häuser verlassen. Nach 27 Stunden konnten die Einsatzkräfte schließlich Entwarnung geben, Mittwochmittag wurde die Sperrzone aufgehoben.

Der 51 Jahre alte Arbeiter dürfte am Dienstagvormittag die Filter der Acetylenflaschen getauscht haben, dabei dürfte Gas entwichen sein - es kam zum Brand. Der Mann erlitt Verbrennungen an Armen und Händen sowie im Gesicht und wurde ins AKH Wien transportiert.

Gasflaschen müssen 24 Stunden gekühlt werden
Die Feuerwehr brachte das Feuer zwar rasch unter Kontrolle, die Explosionsgefahr konnte aber vorerst nicht gebannt werden. Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg erließ deswegen im Umkreis von 150 Metern ein Platzverbot. „Um die Explosionsgefahr zu unterbinden, müssen die Flaschen etwa 24 Stunden an Ort und Stelle durch Löschwasser gekühlt werden“, teilte die Polizei mit.

Weil aus den 32 Flaschen auch Dienstagnacht noch immer Gas entwich und mittels Wärmebildkamera eine erhöhte Temperatur gemessen wurde, wurde eine Lkw-Mulde mit Wasser gefüllt. Die zwei Pakete mit jeweils 16 Flaschen wurden dort gekühlt. Dafür wurden mobile Wasserwerfer verwendet, insgesamt waren 1,5 Millionen Liter Wasser nötig. Am Dienstag waren auch Cobra-Spezialisten an Ort und Stelle. Das Bannen der Explosionsgefahr durch gezielte Schüsse auf die Flaschen sei jedoch nicht möglich gewesen, da das Risiko zu groß gewesen sei, hieß es.

Für jene Anrainer, die aufgrund der Sperrzone ihre Häuser verlassen mussten, wurden für die Übernachtung Hotelzimmer zur Verfügung gestellt. Einige verbrachten die Nacht bei Bekannten oder Verwandten.

„Höchst gefährlicher und zeitraubender Einsatz“
Ein Spezialist der Herstellerfirma habe die 32 Flaschen schließlich geöffnet und dazu geraten, die Restmengen in den Flaschen selbstständig ausgasen zu lassen, sagte Feuerwehrsprecher Franz Resperger. Dies könne noch mehrere Wochen dauern, sei aber nicht mehr gefährlich, hieß es am frühen Mittwochnachmittag. Nach 27 Stunden war die Arbeit der Helfer beendet. „Es war ein höchst gefährlicher und vor allem zeitraubender Einsatz“, resümierte Resperger. Die Sperrzone konnte aufgehoben werden, das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen.

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