Anwalt klagt Facebook:

„Was passiert mit meinen Daten?“

Ein Steyrer Rechtsanwalt geht gegen den Internet-Giganten Facebook vor! Hubert Niedermayr (44) sieht die Rechte der Nutzer bzw. Verbraucher in Gefahr: „Ich darf als Bürger und Dienstleister Daten, die mir anvertraut werden, nicht einfach weitergeben. Das erwarte ich auch von Facebook.“ Angeblich sei das aber passiert. Um genaue Informationen zu bekommen, muss Niedermayr klagen.

Jeder Bürger in Österreich muss sich penibel an Gesetze halten. Hubert Niedermayr ist Rechtsanwalt in Steyr. Er verlangt das auch von internationalen Konzernen. Um das einzufordern, scheut er nicht den Klagsweg. Wie dieser verläuft erzählt er Elisabeth Rathenböck im „Krone“-Interview:

Krone:Ich habe mir gerade Ihr Profil im Internet angesehen. Mögen Sie Facebook?
Hubert Niedermayr: Natürlich! Es gibt ja kaum Alternativen, um völlig unkompliziert im Netz mit anderen in Kontakt zu treten!

Krone:Vor einiger Zeit wurde in den Medien bekannt, dass andere Unternehmen von Facebook Kundendaten erhalten haben sollen
Hubert Niedermayr: Facebook speichert meine Daten und verwendet sie für Werbung. Damit verdient es Geld, damit bin ich einverstanden. Aber nun sollen Daten weitergegeben und im Zusammenhang mit Wahlen und Fake-News missbräuchlich verwendet worden sein. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen.

Krone:Sind Sie davon betroffen?
Hubert Niedermayr: Das weiß ich nicht. Aber: Zum ersten Mal ist bekannt geworden, dass Facebook möglicherweise mit Daten handelt. Das geht nicht! Nach Europäischem Recht bin und bleibe ich Eigentümer dieser Informationen.


Krone:Was heißt das?
Hubert Niedermayr: Nur ich darf bestimmen, was mit meinen Daten passieren darf oder nicht. Darum schrieb ich an Facebook und verlangte, sie mögen mir folgendes mitteilen: Welche Daten hat man von mir gespeichert? Welche Daten von mir hat man verkauft, also an andere Unternehmen weitergegeben? Und welche Vorsorge hat man getroffen, dass diese damit keinen Missbrauch betreiben?

Krone: Die Reaktion?
Hubert Niedermayr: Keine!

Krone: Und dann?
Hubert Niedermayr: Ich habe mir ein Herz genommen und beim Bezirksgericht Steyr geklagt. Nun muss Facebook reagieren! (…) Ich will die Rechtssituation geklärt haben. Damit ist europaweit klargestellt, dass der Nutzer nach wie vor Herr seiner eigenen Daten ist - ein wesentlicher Schritt für die Verbraucherrechte europaweit. (…)

Das gesamte Interview heute, Freitag (21. September), in der Printausgaber der „Oberöstereich Krone“.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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