Sa, 17. November 2018

Team reagiert

10.09.2018 15:28

Nach Bremsskandal: Rüpel-Pilot Fenati gefeuert

Das Motorrad-Team Marinelli Snipers hat sich nach dem Skandal im Moto2-Rennen in Misano von seinem Piloten Romano Fenati getrennt. Der Italiener hatte am Sonntag während des Rennens bei einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern pro Stunde an den Lenker seines Konkurrenten Stefano Manzi gegriffen und den Bremshebel gezogen. Damit brachte er seinen Landsmann in Lebensgefahr.

Nach kurzem Schlingern hatte Manzi sein Motorrad in Italien glücklicher Weise wieder unter Kontrolle gebracht. „Mit großem Bedauern müssen wir feststellen, dass seine unverantwortliche Tat das Leben eines anderen Fahrers gefährdet hat und auf keinen Fall entschuldigt werden kann. Der Fahrer wird ab sofort nicht mehr mit dem Marinelli-Snipers-Team an einem Rennen teilnehmen“, heißt es in der Mitteilung vom Montag. Team und Sponsoren entschuldigten sich bei allen WM-Fans.

Kalex-Pilot Fenati war nach seiner Aktion wegen „verantwortungsloser Fahrweise“ mit der schwarzen Flagge aus dem Rennen geholt worden. Trotz heftigster Kritik anderer Piloten ist bisher aber lediglich eine Sperre für zwei Rennen ausgesprochen worden. Dagegen protestierte auch MV-Agusta-Präsident Giovanni Castiglioni, dessen Unternehmen 2019 in der zweithöchsten Klasse Moto2 mit dem Forward Team zusammenarbeiten wird. Ein Team, für das aktuell Manzi fährt und zu dem Fenati 2019 dazustoßen sollte.

„Schlimmstes Verhalten“
„Ich werde alles unternehmen, um das zu verhindern“, erklärte Castiglione aber. „Er vertritt auf keinste Weise die Werte unseres Unternehmens. Das war das Schlimmste und traurigste Verhalten, das ich je in einem Motorradrennen gesehen habe. Echte Sportler würden sich nie so verhalten“, schrieb Castiglioni seinen 565.000 Followern auf Instagram. Zudem forderte er den MotoGP-Rechteinhaber Dorna auf, den aktuellen WM-19. auszuschließen.

Lebenslange Sperre
MotoGP-Pilot Cal Crutchlow sprach sich gleich für eine lebenslange Sperre Fenatis aus. „Er sollte nie wieder auf einem Motorrad sitzen. Das Team hätte ihn umgehend bei der Hintertür hinaustreten sollen“, forderte der Brite. „So etwas kannst du einem anderen Fahrer nicht antun, wir riskieren unser Leben schon ausreichend genug.“

Entschuldigung
Fenati ist in der Szene seit Jahren als Heißsporn und Rüpel bekannt. 2015 war er bestraft worden, nachdem er in Argentinien im Warm-up der Moto3-Klasse gegen den finnischen KTM-Fahrer Niklas Ajo getreten hatte. 2016 war er in Österreich aus disziplinären Gründen von seinem Team für das Rennen in Spielberg suspendiert worden, später trennte sich das Sky-VR46-Team von Valentino Rossi von Fenati. Immerhin: Für sein Verhalten in Misano hat er sich mittlerweile entschudligt.  „Ich entschuldige mich bei der gesamten Sportwelt. An diesem Morgen, mit meinem klaren Kopf, wünschte ich, es könnte nur ein böser Traum gewesen sein“, teilte Fenati auf seiner Homepage mit.  Und er gibt sogar ganz offen zu: „Ich habe leider einen impulsiven Charakter, aber meine Absicht war sicherlich nicht, einem Mitpiloten Schaden zuzufügen.“

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