Mo, 19. November 2018

Sieg gegen die Türken

05.09.2018 14:47

Er rettete Wien: Stadt stoppt Denkmal für Sobieski

Zum 335. Mal jährt sich kommende Woche die Schlacht um Wien, die am 12. September 1683 mit einer vernichtenden Niederlage der türkischen Belagerungsarmee geendet hat. Für den Befehlshaber des Entsatzheeres, Polenkönig Jan Sobieski, soll seit 2013 am Kahlenberg ein Denkmal errichtet werden - jetzt wurde dieses Projekt aber gestoppt: Der erste Entwurf wurde vom Denkmalbeirat abgelehnt, am Jahrestag bleibt der Sockel leer.

Der Spatenstich zum großen Denkmal für den mutigen wie klugen Feldherrn fand 2013 statt, auch der Sockel steht bereits seit Monaten auf dem Kahlenberg: Jan III. Sobieski (1629-1696) sollte mit einer meterhohen Statue für seinen gewaltigen Beitrag bei der Rettung Wiens vor der Erstürmung durch das türkische Heer unter Großwesir Kara Mustafa geehrt werden. Immerhin hatte Sobieski für den Feldzug 27.000 Mann mobilisiert und führte mit seinen Husaren einen die Schlacht mitentscheidenden Kavallerieangriff auf die Elitetruppen des Großwesirs. Die Türken, die allein in den brennenden Vororten Wiens Tausende Menschen getötet haben, flohen.

Am Kahlenberg, dort wo die polnischen Reiter ihren Angriff starteten, sollte deshalb ein angemessen großes Denkmal für den Polenkönig errichtet werden - nun ist aber plötzlich alles anders: Wie polnische Medien berichten, hat die Stadt Wien den ersten Entwurf des Denkmals abgelehnt, es soll eine neue Statue entworfen werden. Der Sprecher des Bürgermeisters bestätigt: „Der Beratungsrat für Denkmäler und Gedenkstätten hat sich negativ über den Entwurf geäußert. Grundsätzlich bekennt sich die Stadt Wien aber zum Denkmal.“ Jetzt sollen der erste Entwurf überarbeitet und am kommenden Jahrestag auf dem bestehenden Sockel eine Gedenktafel aufgestellt werden.

Gudenus: „Das wäre ein Skandal“
„Das wäre ein Skandal, wenn diese Verzögerungstaktik aus Rücksichtnahme auf die Wähler aus der türkischen Community geschieht“, kritisiert FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus, dass selbst fünf Jahre nach dem Beschluss des Denkmals nur ein Sockel auf dem Kahlenberg zu sehen ist. Gudenus: „Die Polen verstehen übrigens genauso wenig wie wir, warum die Stadt Wien dieses Projekt so bremst.“

Im Büro des Bürgermeisters wird dazu betont, dass es „garantiert einen neuen Entwurf einer Statue geben wird“, und dieses Denkmal werde „natürlich auf dem Kahlenberg“ errichtet.

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