Di, 23. Oktober 2018

Wolfsbeauftragter:

12.08.2018 09:15

„Teilweise ist es beinahe wie eine Massenpsychose“

Der Schafbauer und Historiker Hubert Stock ist gleichzeitig auch der Salzburger Wolfsbeauftragte. Er glaubt, dass jener Wolf, der im Pongau 17 Ziegen und Schafe gerissen hat, auch bei uns in Mühlviertel und in Weyer zugeschlagen hat. Stock warnt aber auch vor einer „Massenpsychose“ durch Wolfsangst.

“Krone“: Sie sind Wolfsbeauftragter und Schafbauer, kamen auf ihrem Hof in Werfen selbst zu Schaden, weil dort vier Lämmer gerissen wurden.
Hubert Stock: So ein Erlebnis hinterlässt Spuren, natürlich ist man danach schon sehr emotional. Aber höchstwahrscheinlich wird es meine Herde heuer nicht mehr erwischen.

„Krone“: Sie glauben, dass „ihr“ Wolf auch bei uns in Oberösterreich aktiv geworden ist?
Stock: Bei uns in Salzburg hat ein und dasselbe Tier im April und Mai sechsmal zugeschlagen. Laut den DNA-Analysen handelt es sich um einen jungen Wolf aus Westeuropa. Ein solches Exemplar war auch im Mühlviertel und in Weyer aktiv.

„Krone“: Aber ob es wirklich derselbe Wolf war, ist ungeklärt.
Stock: Der Verdacht liegt aber sehr nahe. Eine zusätzliche DNA-Auswertung ist in Oberösterreich aus Kostengründen nicht veranlasst worden. Da sparen die Länder, für uns Wolfsbeauftragte wäre es aber spannend. Wir erhoffen uns in Zukunft ein bundesweit einheitliches Vorgehen.

„Krone“: Wie viel kostet eine Extra-DNA-Auswertung?
Stock: 150 bis 250 Euro.

Krone“: Sie warnen vor übertriebenen Ängsten vor dem Wolf.
Stock: Bei uns gab’s teilweise fast eine Massenpsychose. Interessanterweise vor allem in Orten, wo nie ein Wolf war.

Interview: Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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