Die Angst geht um

Halbe Schafherde getötet: Wolfrisse ohne Ende

Kein Tag ohne neuen Wolfriss! In der Nacht auf Dienstag wurden in Langschlag im Waldviertel gleich fünf Schafe getötet, ein weiteres schwer verletzt. Und: Von zwei Weidetieren, die in einem eingezäunten Gehege untergebracht waren, fehlt jede Spur. „Die halbe Herde ist auf einen Schlag dahin“, sind die betroffenen Landwirte verzweifelt. Mit jeder neuen Meldung steigt auch die Angst vor Ort.

Der Schock in Großpertholz, Bezirk Gmünd, sitzt noch tief, da werden schon die nächsten Risse aus dem benachbarten Bezirk Zwettl gemeldet. Wieder in der Nacht und wieder mehrere Tiere auf einmal. Doch diese Häufung an blutigen Neuigkeiten ist für viele Waldviertler keine Überraschung mehr. Kaum jemand, der nicht einen direkt betroffene Bauern kennt. Langschlag, Stierberg, Angelbach, Bruderndorferwald - die Liste der Vorfälle wird immer länger. An einen einsamen Grenzgänger glaubt allerdings niemand mehr. „Zu viele Tiere haben bereits daran glauben müssen“, ist eine Frau aus der Region von einem neuen Rudel überzeugt. Denn auffallend oft schlagen die Wölfe westlich von Zwettl - und auch im benachbarten Oberösterreich - zu. „Es kann sich also gar nicht um die Raubtierfamilie aus Allentsteig handeln“, sind auch Jäger überzeugt. Sie halten sich in der Diskussion aber zurück, „weil wir sonst wieder als Schießwütige dastehen.“

An Spaziergehen im Wald oder Schwammerlsuchen denkt in der Region jedenfalls niemand mehr. Wenn die Schule wieder losgeht, werden viele Kinder auch nicht mehr alleine durch den Forst zum Bus gehen dürfen, erzählt ein junger Vater.

Thomas H. Lauber, Kronen Zeitung

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