Mi, 22. August 2018

Aus in Kitzbühel

01.08.2018 22:44

„Ein Wahnsinn für mich!“ Das sagt Thiem zur Pleite

Erst mit einiger Verspätung und auch ohne wie üblich zuvor schon ein Fernseh-Interview gegeben zu haben, ist ein schwer enttäuschter Dominic Thiem am Mittwochabend zur Pressekonferenz erschienen. Der topgesetzte Niederösterreicher hatte zuvor vor vollem Stadion ein hochklassiges Achtelfinale in Kitzbühel gegen Außenseiter Martin Klizan mit 5:7 im dritten Satz verloren.

„Jetzt einmal ausgenommen vom ersten Satz, der richtig schlecht war, war es im Satz zwei und drei ein wirklich gutes Match, in dem ich nicht schlecht gespielt habe“, konstatierte Thiem. „Ich war im dritten Satz zwei- oder sogar dreimal relativ nahe am Break dran. Ich habe es nicht gemacht und bei 5:6 ist es mir dann halt selbst passiert. Es ist einfach bitter.“

„Komplett enttäuscht“
Die Enttäuschung ist gerade wegen des vollen Stadions mit knapp 6.000 Fans besonders groß. „Ich bin nach jeder Niederlage enttäuscht, aber heute: es war eine unfassbare Stimmung im Stadion, es war bummvoll, es war eigentlich ein relativ geiles Match auch im zweiten und dritten Satz. Es war offen, es waren gute Ballwechsel dabei und das sind genauso Partien, die ein super Start ins Turnier wären. Dass ich das am Ende verliere, ist halt ein Wahnsinn für mich. Deshalb bin ich halt komplett enttäuscht.“

Obwohl es nur ein ATP-250er-Turnier ist, ordnete Thiem die Atmosphäre und die Bedeutung ganz oben ein. „Weil im Ausland ist es meistens 50:50 oder wenn man gegen einen Superstar spielt, ist das Publikum eher auf den seiner Seite. Die Enttäuschung ist extrem groß heute, weil fast 100 Prozent des Publikums auf meiner Seite waren.“

Vorzuwerfen hat er sich u.a. zwei Returnfehler bei den Breakbällen nach gar nicht so guten Aufschlägen Klizans. „Da waren schon einige Chancen dabei.“ Normalerweise würde er diese auch irgendwann nutzen.

Dass Thiem mitunter Schwierigkeiten hat ins Turnier zu starten, ist ihm freilich selbst am besten bewusst. „Ich bin jetzt nicht bekannt dafür, dass ich besonders am Anfang von einem Turnier über die Gegner drüberfahre, und vor allem war es auch ein schwieriger Gegner.“ Dass er sich vor dem Turnier mit dem Ziel Titel zusätzlich unter Druck gesetzt habe, bestritt Thiem aber. „Ich werde sicher nicht in der Pressekonferenz sagen, ‘ich will da die erste Runde überstehen, dann bin ich glücklich‘ - wie es 2012 oder 2013 war. Ich habe einfach die Wahrheit ausgesprochen, und weil ich sie jetzt ausspreche, wird der Druck nicht größer.“

„Klizan kein Gegner, den man so einfach vom Platz schießt“
Auch die unerfreulichen Leistungen in Kitzbühel oder auch Wien als Heim-Komplex abzutun lässt Thiem nicht gelten. „Das hat jetzt heute nichts damit zu tun, dass das in Österreich war. Wenn man sich das ganze Jahr heuer anschaut, ist schon ein Schema erkennbar: Dass es besonders in den ersten Runden, wenn ich noch nicht im Turnier drinnen bin, teilweise schon eng wird.“ Zudem sei gerade Klizan kein Gegner, den man so einfach vom Platz schießt.

Thiem spielt nun am Donnerstag an der Seite von Dennis Novak, der am Mittwoch ebenfalls im Einzel ausgeschieden ist, das Doppel-Viertelfinale. Schon kommende Woche geht es in die Hartplatz-Saison mit den ATP-Masters-1000-Turnieren in Toronto und Cincinnati, ehe es zum letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres nach New York geht.

Am Ende stellte Thiem aber auch klar, dass er keinen besonderen Trost benötige: „Es ist natürlich sehr bitter, aber es ist jetzt kein Weltuntergang passiert. Ich habe ein gutes Tennismatch verloren, bis zum Schluss gefightet, an einem wunderschönen Tag vor vollem Haus. Ich brauche jetzt niemand, der mir da durchhilft.“

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