Mi, 15. August 2018

styriarte Graz:

23.07.2018 12:36

Finale mit Jordi Savall

Wenn Jordi Savall mit seinen Ensembles Hespèrion XXI und der Capella Reial de Catalunya zum großen styriarte-Finale lädt, dann steht immer auch ein bisschen Geschichtsunterricht auf dem Programm. Berührender, charmanter und unterhaltsamer kann man diesen aber kaum gestalten.

Zeitlich spannte der katalanische Musikforscher, Gambenmeister und Dirigent den Bogen diesmal von Kaiser Maximilian I. über Karl V. bis hin zu Ferdinand I. - oder in Zahlen ausgedrückt: von 1459 bis 1558. Es war eine wechselvolle Zeit, voller Auseinandersetzungen, Friedensschlüsse und gefinkelter Heiratspolitik, die Savall und seine beiden Ensembles im Programm „Krieg und Frieden“ abschritten. Mit einer klaren chronologischen Dramaturgie und einer so vielseitigen wie beredten Musikauswahl.

Natürlich durften in diesem Konzert Motetten von Maximilians Hofkomponisten Heinrich Isaac nicht fehlen, ebenso wenig wie Stücke von Josquin Desprez, der mit „Mille regretz“ das Lieblingslied von Karl V. geschrieben hat, und natürlich Auszüge aus den fast schon unfassbar schönen Messen von Christóbal de Morales.

Drumherum gruppierte Savall ein anonymes sephardisches Gebet, es war schließlich auch die Zeit, in der die Juden aus Spanien vertrieben wurden, ein Soldatenlied von Mateo Flecha (dem Älteren), Fanfaren, Bitt- und Jubelgesänge.

Zum Leben erweckt wurde das alles von den wundervollen Stimmen der Capella Reial de Catalunya, die in der letzten Zugabe auch ein wenig Spaß haben durfte, und von den Hespèrion XXI-Meistern auf ihren alten Instrumenten.

Ein so stimmiger wie stimmungsvoller Abschluss für die styriarte 2018.

Michaela Reichart
Michaela Reichart

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