Fr, 19. Oktober 2018

Genetik der Tiere

10.07.2018 11:49

Dr. Barbara Wallner untersucht Zucht-Strategien

Dr. Barbara Wallner forscht seit fast 15 Jahren am Institut für Tierzucht und Genetik in Wien. Vor mehr als zehntausend Jahren begann der Mensch, Wildtiere in den Hausstand zu übernehmen, sie zu versorgen und die Leistungen der Tiere für den eigenen Bedarf zu nutzen. Dieser Schritt beeinflusste die Menschheitsgeschichte radikal.

„Ballungsräume konnten entstehen, es standen mehr Lebensmittel zur Verfügung, der Einsatz von Arbeitstieren in der Landwirtschaft ermöglichte die Bearbeitung größerer Flächen, und die Verwendung des Pferdes revolutionierte das Transport- und Kriegswesen“, erläutert Dr. Barbara Wallner vom Institut für Tierzucht und Genetik der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Die Höchstleistungen, die Haustiere heute hervorbringen, seien vor allem das Ergebnis intensiver Zuchtstrategien.

Tierzucht hat das Erbgut beeinflusst
„Das bedeutet, dass zur Optimierung der Nachkommenschaft Elterntiere nach strengen Kriterien ausgewählt und einem idealen Paarungspartner zugeführt werden“, so die Veterinärmedizinerin. Sie untersucht, wie die intensive Tierzucht der letzten hundert Jahre das Erbgut von Haustieren beeinflusst hat. Moderne genetische Untersuchungsmethoden ermöglichen hier detaillierte Einblicke, und ihre eigenen Arbeiten zeigen, wie stark orientalische Zuchthengste alle Pferderassen Europas und Nordamerikas dominieren. „Haustiere veränderten sich permanent“, so Wallner. Sei es durch geänderte Ansprüche des Menschen, äußere Umstände oder eben allein aufgrund der Tatsache, dass ein gewisser Typ moderner erschien.

„Die genaue Darstellung der Veränderungen, die Haustiere in den vergangenen Jahrzehnten intensiver Zucht durchlaufen haben, ist unabdingbar, um sich verantwortungsvoll und strategisch klug auf die Zukunft vorzubereiten!“
Dr. Barbara Wallner

Wallners Forschung ist darauf gerichtet, die genetischen Ressourcen von Haustieren, die für die Zukunft zur Verfügung stehen, genau zu beschreiben. „Unser Klima wandelt sich, der Mensch verändert sich und damit auch die Rahmenbedingungen, in denen Tiere ihre Leistungen erbringen und gesund bleiben sollen. Die genaue Darstellung der Veränderungen, die Haustiere in den vergangenen Jahrzehnten intensiver Zucht durchlaufen haben, ist unabdingbar, um sich verantwortungsvoll und strategisch klug auf die Zukunft vorzubereiten“, erklärt Dr. Barbara Wallner.

Zur Person
Die Niederösterreicherin Dr. Barbara Wallner studierte Tiermedizin und ist seit 2004 Assistentin am Institut für Tierzucht und Genetik der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Ihre Forschung zeichnet sich durch rege internationale Zusammenarbeit aus und wird derzeit vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziell unterstützt.

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