Do, 20. September 2018

Bei Rede des Premiers

23.06.2018 18:00

Äthiopien: Toter und Verletzte nach Bombenanschlag

Durch eine Granatenexplosion auf einer Großkundgebung des neuen äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed sind am Samstag mindestens ein Mensch getötet und Dutzende weitere verletzt worden.

Gesundheitsminister Amir Aman teilte auf Twitter mit, 154 Menschen seien verletzt worden, einer sei gestorben. Der Ministerpräsident blieb bei der Explosion in der Hauptstadt Addis Abeba unverletzt. Abiy machte Gegner seiner Reformvorhaben für die Tat verantwortlich.

Explosion auf Verkehrsknotenpunkt
Die Explosion ereignete sich auf dem Meskel-Platz, einem Verkehrsknotenpunkt im Herzen von Addis Abeba. Abiy hatte gerade seine Rede beendet, als inmitten der Menschenmenge eine Granate explodierte. Der Ministerpräsident wurde umgehend in Sicherheit gebracht.

Nach der Detonation kam es unter den zehntausenden Teilnehmern zu panikartigen Szenen. Die Menge drängte in Richtung der Bühne. In dem Chaos stürmten dann mehr als hundert Menschen den Ort der Kundgebung und skandierten regierungsfeindliche Parolen.

Es kam zu Rangeleien, Journalisten wurden mit Steinen beworfen. Die Polizei zögerte zunächst, einzugreifen. Schließlich setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um die Menge auseinander zu treiben.

Organisator: Angriff galt dem Regierungschef
Der Organisator der Kundgebung, Seyoum Teshome, sagte, der Angriff habe dem Regierungschef gegolten. Jemand habe eine Granate in Richtung der Bühne werfen wollen, wo Abiy gerade seine Rede gehalten hatte. Mindestens vier Polizisten hätten sich auf den Mann geworfen, dabei sei die Granate explodiert. Die meisten Verletzungen seien aber in dem Tumult nach der Explosion verursacht worden.

Teshome, ein Blogger und Universitätsprofessor, der während des Ausnahmezustands Anfang des Jahres mehrere Wochen im Gefängnis saß, hatte den Vorfall von der Bühne aus beobachtet.

Seit seinem Amtsantritt hat Ahmed mehrere Reformen in dem Staat am Horn von Afrika eingeleitet. Er hat unter anderem die Freilassung Hunderter Gefangener verkündet, den Dialog mit der Opposition gesucht und Friedensgespräche mit dem Langzeit-Rivalen Eritrea angestoßen. Mit der Kundgebung in Addis Abeba wollte sich Ahmed öffentlichen Rückhalt für seine Reformpolitik holen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt in der Hauptstadt seit seinem Amtsantritt im April. Hinter der Tat vermutete Ahmed Gegner seiner Reformpolitik.

Eines der ärmsten Länder der Welt
Äthiopien mit seinen fast 100 Millionen Einwohnern wurde bisher mit harter Hand regiert. Die Opposition ist im Parlament nicht vertreten. Trotz raschen Wirtschaftswachstums gehört Äthiopien UNO-Statistiken zufolge noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt.

 krone.at
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