So, 19. August 2018

Initiative

15.06.2018 11:00

Bürger wollen ihr Gneis und Morzg retten

300 Wohnungen in mehrgeschossigen Bauten sollen am Dossenweg zwischen Gneis und Morzg entstehen, etwa gleich viel wie in der bunten Hochhaus-Siedlung Riedenburg, wo es 320 sind. Donnerstag Abend wollte die Initiative „Bürger für Gneis“ Auskunft von der Stadtplanung. Der Ansturm war größer als erwartet.

Im Carabinierisaal des Schlosses Hellbrunn (statt wie vorgesehen in der Orangerie) stellte sich Donnerstagabend Planungsstadtrat Johann Padutsch von der „Bürgerliste“ den Fragen von rund 200 Menschen aus Gneis und Morzg.

Die „Krone“ berichtete: Stephan Gröger von der Heimat Österreich möchte 2018 auf dem nur 30.000 m2 großen Feld am Dossenweg so viele Wohnungen bauen, wie in der Riedenburg. Das Quartier Riedenburg hat eine Grundfläche von 35.000 m2, wobei allerdings ein 5.000 m2 Park entsteht. Logisch: Hochhäuser am Dossenweg geplant. Die logische Konsequenz, welche die Initiative „Bürger für Gneis“ unter Sprecher Peter Wenger befürchtet:

Den Ausbau des Dossenwegs bis nach Morzg als zweispurige Süd-Tangente, einen Kreisverkehr auf der Berchtesgadener Straße, den Neubau der kleinen Volksschule Morzg im Grünland - entweder am Eigenherr-Weg oder am Goldschneiderhofweg -  und eine Hochhaus-Widmung wie in der Riedenburg, da 300 Wohnungen anders auf dem Areal nicht untergebracht werden können.

Am Donnerstagabend war beim Bürgergespräch dann der Carabinierisaal gesteckt voll - rund 200 kamen. Die Stadtplaner versuchten zu beschwichtigen: Genaue Pläne lägen noch nicht vor, derzeit würden die städtebaulichen Rahmenbedingungen erarbeitet werden. „Wir sind noch in einer sehrfrühen Phase des Projekts. Wir haben bereits im April eine Sozialraumanalyse sowie ein Mobilitätskonzept in Auftrag gegeben“, berichtet Stephan Kunze vom Magistrat. Wie der Bau aussehen soll und wie viele Wohnungen entstehen werden, könne man sagen, nachdem die erste Planungsphase abgeschlossen sei, ein Architekten-Bewerb kommt.

Aber: „Die Baudichte wird an die Struktur angepasst. Das heißt, an der der Berchtesgadener Straße soll ähnlich dicht wie in der Nachbarschaft gebaut werden“, behauptete Padutsch und setzte dann fort: „Maximal vier bis fünf Stockwerke sind denkbar.“ Der Stadtrat widersprach sich innerhalb von Minuten und gab offen zu: In der Umgebung sind meist Einfamilienhäuser!

Die derzeitige Verkehrssituation und auch die Infrastruktur seien in ihrem Stadtteil noch nicht reif für das Projekt, meinten viele: „Das Problem ist, dass es in Gneis keine Volksschule gibt, die Menschen werden schon heute zum ,Binnenpendeln‘ gezwungen“, befürchtet Nicole Meßner.

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