Fr, 17. August 2018

Kein Inferno erwartet

13.06.2018 08:19

Fußball-WM im Land der berüchtigtsten Hooligans!

Die Bilder sind noch in frischer Erinnerung: Schwarz gekleidete durchtrainierte Gestalten fallen in Marseille über grölende, betrunkene Engländer her. Es war der „große“ Auftritt der russischen Hooligans bei der EURO 2016. Auf Bildern ist zu sehen, wie englische Fans, die nicht rechtzeitig flüchten konnten, zu dritt oder zu viert mit Fußtritten traktiert wurden, bis sie sich nicht mehr rührten.

Mindestens ebenso verstörend wie die Bilder aus Marseille waren Kommentare einzelner russischer Politiker auf sozialen Netzwerken, die ihre Hooligans zu den Aktionen beglückwünschten. Der russische Parlaments-Vizepräsident Igor Lebedew schrieb etwa auf Twitter: „Ich kann nichts Schlimmes an kämpfenden Fans finden. Im Gegenteil, gut gemacht, Burschen. Weiter so!“ Und dennoch, daraus abzuleiten, dass die Weltmeisterschaft in Russland zu einer großen Hooligan-Schlacht verkommt, ist laut Experten nicht angebracht.

„Erstens einmal: Als Hooligans anderer Nationen zur WM zu fahren, käme einem Selbstmord gleicht“, sagte ein Insider. Britische Hooligans hätten gegen die Russen keinen Auftrag. Während in Großbritannien noch immer einem traditionellen Zugang gefrönt wird - mit ausgiebigem Pub-Besuch und jeder Menge Bier vor der Schlacht -, ist es in der osteuropäischen Szene ganz anders.

Russland-Hooligans fast alle Kampfsportler
Nahezu alle Mitglieder der „Firmen“ dort sind Kampfsportler, oft in der Türsteher- und Security-Branche tätig und überwiegend rechtsextrem ausgerichtet. Alkohol gilt in diesen Kreisen als verpönt. Das englische „100 Prozent Biermonster“ habe da kaum eine Chance. Auch die Vorgangsweise ist um vieles brutaler. Dass es einmal so etwas wie einen Kodex gab, wonach auf am Boden Liegende nicht mehr eingetreten wird, ist anscheinend kaum noch erinnerlich.

Auf YouTube existieren zahllose Videos, in denen russische Hooligans pure Gewalt üben (Ustawka, oben im Video (Achtung, gewaltverherrlichende Szenen) oder Videos, in denen sie ihre unterlegenen Gegner mit Tritten gegen den Kopf- und Bauchbereich malträtieren, bis sich diese nicht mehr bewegen. Auch in Marseille war das zu sehen. „Ich glaube aber auch deshalb nicht, dass viel in Russland los sein wird, weil die russische Polizei sehr schnell durchgreift“, sagte der Experte. Die 3D-Strategie der Exekutive (Dialog, Deeskalation, Durchgreifen) sei dort auf das letzte D reduziert worden. „Einmal schief schauen, und du bist schon einkassiert“, lautet die Devise dem Insider zufolge.

Das beklagten russische Hooligans in einer kürzlich veröffentlichten Dokumentation des ZDF auch selbst. Bereits wenige Monate hatten die Behörden eine „Aktion Scharf“ gegen die Gewalttäter eingeleitet. Dass sie bei der Weltmeisterschaft große Chancen zu einem spektakulären Auftritt bekommen, glaubten die interviewten Hooligans selbst nicht.

krone Sport
krone Sport

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tabellen
Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Gruppe E
Gruppe F
Gruppe G
Gruppe H
#MannschaftSp.TorePkt
1Uruguay35:09
2Russland38:46
3Saudi Arabien32:73
4Ägypten32:60
#MannschaftSp.TorePkt
1Spanien36:55
2Portugal35:45
3Iran32:24
4Marokko32:41
#MannschaftSp.TorePkt
1Frankreich33:17
2Dänemark32:15
3Peru32:23
4Australien32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Kroatien37:19
2Argentinien33:54
3Nigeria33:43
4Island32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Brasilien35:17
2Schweiz35:45
3Serbien32:43
4Costa Rica32:51
#MannschaftSp.TorePkt
1Schweden35:26
2Mexiko33:46
3Republik Korea33:33
4Deutschland32:43
#MannschaftSp.TorePkt
1Belgien39:29
2England38:36
3Tunesien35:83
4Panama32:110
#MannschaftSp.TorePkt
1Kolumbien35:26
2Japan34:44
3Senegal34:44
4Polen32:53
Spielplan
Gruppenphase
Achtelfinale
Viertelfinale
Halbfinale - Finale
Russland
GRUPPE A | 14.06.
5:0 (2:0)
Saudi Arabien
Ägypten
GRUPPE A | 15.06.
0:1 (0:0)
Uruguay
Marokko
GRUPPE B | 15.06.
0:1 (0:0)
Iran
Portugal
GRUPPE B | 15.06.
3:3 (2:1)
Spanien
Frankreich
GRUPPE C | 16.06.
2:1 (0:0)
Australien
Argentinien
GRUPPE D | 16.06.
1:1 (1:1)
Island
Peru
GRUPPE C | 16.06.
0:1 (0:0)
Dänemark
Kroatien
GRUPPE D | 16.06.
2:0 (1:0)
Nigeria
Costa Rica
GRUPPE E | 17.06.
0:1 (0:0)
Serbien
Deutschland
GRUPPE F | 17.06.
0:1 (0:1)
Mexiko
Brasilien
GRUPPE E | 17.06.
1:1 (1:0)
Schweiz
Schweden
GRUPPE F | 18.06.
1:0 (0:0)
Republik Korea
Belgien
GRUPPE G | 18.06.
3:0 (0:0)
Panama
Tunesien
GRUPPE G | 18.06.
1:2 (1:1)
England
Kolumbien
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (1:1)
Japan
Polen
GRUPPE H | 19.06.
1:2 (0:1)
Senegal
Russland
GRUPPE A | 19.06.
3:1 (0:0)
Ägypten
Portugal
GRUPPE B | 20.06.
1:0 (1:0)
Marokko
Uruguay
GRUPPE A | 20.06.
1:0 (1:0)
Saudi Arabien
Iran
GRUPPE B | 20.06.
0:1 (0:0)
Spanien
Dänemark
GRUPPE C | 21.06.
1:1 (1:1)
Australien
Frankreich
GRUPPE C | 21.06.
1:0 (1:0)
Peru
Argentinien
GRUPPE D | 21.06.
0:3 (0:0)
Kroatien
Brasilien
GRUPPE E | 22.06.
2:0 (0:0)
Costa Rica
Nigeria
GRUPPE D | 22.06.
2:0 (0:0)
Island
Serbien
GRUPPE E | 22.06.
1:2 (1:0)
Schweiz
Belgien
GRUPPE G | 23.06.
5:2 (3:1)
Tunesien
Republik Korea
GRUPPE F | 23.06.
1:2 (0:1)
Mexiko
Deutschland
GRUPPE F | 23.06.
2:1 (0:1)
Schweden
England
GRUPPE G | 24.06.
6:1 (5:0)
Panama
Japan
GRUPPE H | 24.06.
2:2 (1:1)
Senegal
Polen
GRUPPE H | 24.06.
0:3 (0:1)
Kolumbien
Uruguay
GRUPPE A | 25.06.
3:0 (2:0)
Russland
Saudi Arabien
GRUPPE A | 25.06.
2:1 (1:1)
Ägypten
Iran
GRUPPE B | 25.06.
1:1 (0:1)
Portugal
Spanien
GRUPPE B | 25.06.
2:2 (1:1)
Marokko
Dänemark
GRUPPE C | 26.06.
0:0 (0:0)
Frankreich
Australien
GRUPPE C | 26.06.
0:2 (0:1)
Peru
Nigeria
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:1)
Argentinien
Island
GRUPPE D | 26.06.
1:2 (0:0)
Kroatien
Republik Korea
GRUPPE F | 27.06.
2:0 (0:0)
Deutschland
Mexiko
GRUPPE F | 27.06.
0:3 (0:0)
Schweden
Serbien
GRUPPE E | 27.06.
0:2 (0:1)
Brasilien
Schweiz
GRUPPE E | 27.06.
2:2 (1:0)
Costa Rica
Japan
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Polen
Senegal
GRUPPE H | 28.06.
0:1 (0:0)
Kolumbien
England
GRUPPE G | 28.06.
0:1 (0:0)
Belgien
Panama
GRUPPE G | 28.06.
1:2 (1:0)
Tunesien

WM-Newsletter

Alle News und Updates zur WM in Russland direkt in's Postfach.