Sa, 15. Dezember 2018

Generationswechsel

22.05.2018 12:00

„Jungzellenkur“ im Hotel als echter Härtetest

Der Generationenwechsel in der Gastronomie - oft eine äußerst emotionale Angelegenheit! In rund 2600 Tiroler Tourismusbetrieben steht laut Wirtschaftskammer in den nächsten 15 Jahren eine solche „Jungzellenkur“ bevor. So auch im Hotel „... liebes Rot-Flüh“ am Haldensee in Grän, wo zwei Brüder gerade drauf und dran sind, mit externer Hilfe das Zepter zu übernehmen.

Die Hotellandschaft verändert sich. Während etliche über Generationen hinweg geführte Beherbergungsbetriebe keine Nachfolger in den eigenen Reihen finden und oft an ausländische Investoren verkaufen, spielen bei einer familieninternen Stabsübergabe Emotionen nicht selten eine große Rolle.

Externe Beraterfirma
„Es ist natürlich wichtig, dass die Eltern loslassen“, erklären Christoph und Alexander Huber. Die beiden 28- bzw. 29-jährigen Außerferner werden im Tannheimer Tal Stufe für Stufe das von ihrer Urgroßmutter vor mittlerweile 91 Jahren aus einem alten Dorfgasthof geschaffene Hotel „... liebes Rot-Flüh“ mit 220 Betten von Mutter Sonja übernehmen - während ihre jüngere Schwester den Beruf der Steuerberaterin anstrebt. „Wir haben mit Martin Schaffer und seinem Team von MRP Hotels auch aufgrund der emotionalen Komponente ein externes Beratungsunternehmen beauftragt, uns beim Generationenwechsel zu begleiten und zu unterstützen“, erklären die beiden Jung-Hoteliers, die auch bereits im Ausland Erfahrungen sammelten.

„Nur zu zweit möglich“
Die Brüder - der eine mehr für die Kulinarik und den Spa-Bereich, der andere für das Geschäftliche verantwortlich - haben ein Ziel klar vor Augen: „Jeder Gast soll uns mit einem Lächeln verlassen, denn das zählt mehr als jeder Stern. Wir wollen zwar einige Umbauten vornehmen, aber kein Lifestyle-Hotel aus dem ... liebes Rot-Flüh machen.“ Daher ist auch Mutter Sonja wohl noch länger ein wichtiger Teil davon. Denn vor allem der persönliche Kontakt zu den Gästen ist für den Wohlfühlfaktor wichtig. „Und sie kennt wirklich jeden Stammgast beim Namen“, lacht Christoph, der froh ist, seinen Bruder an der Seite zu haben. „Ohne Alexander wäre die Hotel-Übernahme wohl nicht möglich und der Druck, der auf einem lastet, nur schwer zu bewältigen. Es ist schon wichtig, dass einer da ist, auf den man sich verlassen kann, wenn man etwa selbst einmal auf Urlaub ist.“

„Ich tue das Richtige“
Nicht ganz einfach ist der Generationenwechsel wohl auch für einige der rund 90 Mitarbeiter. Denn manche kennen die beiden Junior-Chefs noch in Windeln und waren schon vor deren Geburt Teil des Teams. „Auch dabei war und ist uns MRP Hotels eine tolle Hilfe.“ Mutter Sonja ist jedenfalls guter Dinge, dass „ihr“ Hotel zum 100. Geburtstag in wenigen Jahren in neuem Glanz erstrahlt. „Wie schnell doch die Zeit vergeht. Einst waren es die Träume meiner Eltern, die ich weiter träumen durfte. Nun liegt es an mir zu übergeben. Gefühl, Herz und Verstand sagen mir, ich tue das Richtige.“

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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