Sa, 20. Oktober 2018

Ansturm zu groß

09.05.2018 17:27

Kampf um Grillplatz: Zählkarten als Lösung?

Die Anrainer von Innsbrucks größtem Grillplatz in Kranebitten steigen auf die Barrikaden. An schönen Tagen wird der Platz gestürmt - Parkchaos, Müll, Lärm und Gestank inklusive! Die Stadt will den Zustrom eindämmen. Fruchtet das nicht, sollen Zählkarten Entspannung bringen. Eine Idee, die anderswo funktioniert.

Sieben öffentliche Grillplätze hat Innsbruck. Jener auf der Saurweinwiese in Kranebitten ist der größte. Dem Ansturm ist er mittlerweile aber nicht mehr gewachsen. Bis zu 600 Menschen würden sich dort bei Schönwetter aufhalten, rechnet der Stadtteilverein vor. „An einem Tag waren 56 Griller gleichzeitig in Betrieb“, berichten Anrainer.

Die Bewohner fordern Beschränkungen, viele wollen den Platz mittlerweile ganz weg haben. „Es braucht Plätze, auf denen die Menschen ihrem Freizeitvergnügen nachkommen können. Nicht jeder hat einen Garten dafür“, begründet der zuständige StR Gerhard Fritz (Grüne), warum Innsbruck an öffentlichen Grillplätzen festhält. Fritz räumt aber ein, dass es in Kranebitten ein Besucherproblem gibt und Beschränkungen notwendig sind: „Wir haben die Grillzeiten verkürzt. Nun werden Parkgebühren vorbereitet und Begrenzungen, damit die Autos nicht an verbotenen Stellen stehen.“

„Andere Orte gefordert“
Viele der Grillgruppen in Innsbruck pendeln ein. Fritz sieht andere Gemeinden gefordert, selbst für ihre Bürger ein Angebot zu schaffen. Die Bereitschaft ist jedoch gering. So winkt etwa Halls BM Eva-Maria Posch ab: „Wir haben’s probiert, aber es gab nur Probleme. Hall hat den Platz einfach nicht.“ Aktuell ist man damit beschäftigt, den illegalen Grillfeiern auf der Guggerinsel Herr zu werden. Auch in Telfs - dem nächsten großen Ort im Westen Innsbrucks - ist die Einrichtung eines öffentlichen Grillplatzes derzeit kein Thema.

Vorbild Sautens
Wenn der Zustrom in Innsbruck weiter steigt, denkt die Stadt an die Einführung von limitierten Zählkarten. Zumindest in kleinen Orten wie Sautens funktioniert das schon. „Der Grillplatz ist nie zu voll und wird sauber hinterlassen“, heißt es aus dem Gemeindeamt.

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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