Sa, 20. Oktober 2018

Landestheater:

30.04.2018 10:45

Rap tönt durch die Stille Nacht

Regisseur Andreas Gergen und amerikanisches Creative-Team feilen an einem Welthit:

Über das Musical „Meine Stille Nacht“, das das Landestheater im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums des weltbekannten Liedes im November in der Felsenreitschule zur Aufführung bringt, wird im Vorfeld schon viel diskutiert. Dass es sich fernab jeglichen Weihnachtskitsches bewegt, bekräftigt nun Andreas Gergen. „Es wird definitiv kein Stück über die Entstehungsgeschichte. Vielmehr steht die Friedensbotschaft in einer ,bunten’ Welt der unterschiedlichen Nationen, Hautfarben und sexuellen Gesinnungen, sowie das Kräftemessen zwischen Innovation und Tradition im Vordergrund. Das Ganze ist eingebettet in eine romantische Liebeskomödie, die Unterhaltung für die ganze Familie garantiert“, betont der ehemalige Operndirektor des LT. Er inszeniert das Stück gemeinsam mit dem amerikanischen Creative Team rund um Filmkomponist John Debney („Ice Age“, „The Jungle Book“), Drehbuchautorin Hannah Friedman sowie Songwriterin Siedah Garrett, mit dem er sich nun zu Proben in Salzburg traf. „Philip von Maldeghem und ich waren Anfang des Jahres für ein erstes Reading in Hollywood. Nun gilt es in Salzburg gemeinsam mit dem Ensemble die Dramaturgie auf die Lieder und Texte abzustimmen.“

Kurz zum Inhalt: Während der junge Amerikaner Justin, gespielt vom deutschen Musicalstar Dominik Hees, zur Weihnachtszeit über sein nicht gerade erfolgreiches Leben sinniert, tröstet ihn sein Großvater damit, dass es für jeden einen „Stern“ gibt, der ihn leitet. Also macht sich Justin kurzerhand auf die Suche nach seiner Jugendliebe Elisabeth (Milica Jovanovic), die mittlerweile in Salzburg bei einem Festival als Kulturreferentin engagiert ist. Allerdings gibt er sich nicht gleich zu erkennen, sondern heuert als Chorleiter an, um so mit ihr gemeinsam eine Band aus Punks, Rappern und Beat Boxern für die nächste Produktion zusammenzustellen. Alles scheint eitel Wonne, bis er sich aufgrund einer Spieluhr, die er einst Elisabeth geschenkt hat, und die natürlich „Stille Nacht“ spielt, zu erkennen gibt

Ob die beiden letztendlich wie die Kids, die trotz sozialer und geografischer Herkunft miteinander perfekt harmonieren, zueinander finden, wird sich zeigen. Fest steht, dass das Stück rund um Brüderlichkeit und den Friedensgedanken modern inszeniert wird. „Es ist eine Mischung aus klassischen Bühnenelementen und Videoprojektionen, die das Künstlerkollektiv ,fettFilm’, mit dem ich bereits in ,La Bohème’ zusammenarbeitete, zu einem Gesamtkunstwerk arrangiert“, so Gergen.

Apropos: Damit sich auch Debneys Musik (R’n’B und klassisches Musical), Friedmans Texte sowie Garretts Raps (sie arbeitete im übrigen schon mit Michael Jackson oder Quincy Jones) zu so einem zusammenfügen, wird nun im Rahmen von Readings und Workshops eifrig gefeilt. Die Amis zeigten sich bei ihrem Salzburg-Besuch aber nicht nur vom bisherigen Ergebnis, sondern auch vom Theaterball, der Samstagnacht im schönen Schloss Leopoldskron über die Bühne ging, sehr begeistert.

Tina Laske
Tina Laske

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