So, 21. Oktober 2018

Absage in Selzthal

06.04.2018 06:00

Radrennen: Das Risiko steigt

Nichts wird also aus der 38. Ausgabe des legendären Radmarathons von Selzthal. Der Grund: Bei einem möglichen Unfall sahen sich die Verantwortlichen mit einem Fuß im Kriminal. Die ganze Rad-Szene ist verunsichert.

In Kärnten läuft das Verfahren immer noch: Weil 2016 ein 30-Jähriger beim Radmarathon Bad Kleinkirchheim tragisch stürzte und seither querschnittsgelähmt ist, steht Chef-Organisator Norbert Unterköfler wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht.

Genau das fürchtete auch der Steirer Hermann Möse, der seit 1993 für den ARBÖ Selzthal den dortigen Radmarathon geleitet hat. „Zivilrechtlich sind wir auf zehn Millionen Euro versichert, aber wenn mir jemand Fahrlässigkeit vorwirft, hafte ich privat, mit meinem Haus“, schildert er das Risiko, das ihn jetzt zur Aufgabe bewogen hat. Hunderte Radler (zur 37. Ausgabe 2017 kamen 420) und 60 Helfer müssen damit auf die legendäre Stramplerei Ende Juli verzichten.

Möse äußert Verständnis für die Behörde. Aber die neuen Auflagen seien für einen Verein nicht mehr zu stemmen: Zur erhöhten Haftpflicht-Summe kam die hochoffizielle Strecken-Inspektion, nach der er persönlich für die Sicherheit garantieren hätte müssen.

„Das ist nicht gut für den Radsport“, bedauert auch Radsportverbands-Präsident Eduard Hamedl die Absage, und merkt an: „Gehaftet haben Veranstalter immer schon, aber heutzutage muss halt immer irgendwer schuld sein.“ Und Hamedl sieht die Politik gefragt: „Wir fördern ja auch Skilifte und Fußballstadien. Die Radfahrer brauchen eben sichere Straßen. Man sollte den Veranstaltern dabei mehr unter die Arme greifen.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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