Di, 21. August 2018

Islam-Einfluss wächst

12.03.2018 11:34

Lehrerin: „Von 25 Kindern muss man 21 integrieren“

Bei Schuldirektoren und Lehrern wächst die Sorge vor einem stärker werdenden Einfluss des Islam und vor islamischen Schülern, die sich immer mehr von der Gesellschaft entfernen - doch reden traut sich darüber öffentlich kaum jemand. „Viele Schulen geraten zunehmend außer Kontrolle“, bricht jetzt Susanne Wiesinger, seit 25 Jahren Lehrerin im größten Wiener Schulbezirk Favoriten, im Interview mit der Rechercheplattform „Addendum“ (siehe Video oben) ihr Schweigen. In einer Klasse von 25 Kindern „müsste man 21 Kinder in unsere Gesellschaft integrieren“. Es ist das erste Mal, dass eine Personalvertreterin der sozialdemokratischen Lehrergewerkschaft so offen über die Probleme in den Wiener Klassenzimmern spricht.

Jeder zweite Schüler in Wien hat bereits einen Migrationshintergrund. Religiös motivierte Konflikte gehören mittlerweile zum Schulalltag. Während die Politik die Probleme meist als bedauerliche Einzelfälle herunterspielt, warnen immer mehr Lehrer vor einem Kollaps des Schulsystems.

Probleme laut Lehrerin in Favoriten „kaum noch zu lösen“
Viele fühlen sich machtlos und von der Schulbehörde im Stich gelassen. Doch kaum jemand wagt aus Angst vor beruflichen Folgen den Schritt an die Öffentlichkeit. Susanne Wiesinger hat aber jetzt genug und geht in einem brisanten Interview mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit. Der 53-Jährigen zufolge seien die Probleme im Klassenzimmer kaum noch zu lösen. „Es ist einfach zu viel“, so die Personalvertreterin gegenüber „Addendum“.

Früher sei sie mit Inhalten noch zu den Schülern durchgedrungen, heute interessieren sich besonders muslimische Schüler kaum noch dafür. Wiesinger: „Ich glaube, der Unterschied zwischen ihrer Welt zu Hause und unserer Welt ist so groß, dass sie das gar nicht mehr auf die Reihe kriegen. Die Scharia ist für viele meiner Schüler sicherlich höherstehend. Das ist schon das Wichtigste, ein guter Muslim und eine gute Muslima zu sein.“

„Wachsende Bildungsfeindlichkeit“ bei muslimischen Eltern
Das werde auch im Klassenzimmer immer deutlicher, so die Lehrerin weiter. Musik und Tanz würden aus religiösen Motiven abgelehnt und auch der Streit untereinander sei immer öfter religiös motiviert. Zudem beobachtet Wiesinger bei vielen muslimischen Eltern eine „wachsende Bildungsfeindlichkeit“. Es gehe oft nur um den islamischen Glauben. „Und wenn dann einmal nur das überbleibt, dann ist es gefährlich.“ Die Lehrerin warnt: „Da entwickelt sich was in eine Richtung, die nicht gesund ist für eine Gesellschaft.“

Unterstützung bekommt Wiesinger in ihrer Argumentation von Christian Klar. Der streitbare Schuldirektor der Franz-Jonas-Europaschule äußerte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu den gefährlichen Entwicklungen in den Klassenzimmern. Klar, der bereits 2015 ein wachsendes „konservatives, fast rassistisches Islamverständnis“ in den Schulen registrierte, wünscht sich heute klare gesetzliche Vorgaben - etwa um Schüler im Einzelfall auch nachsitzen zu lassen oder Strafen auszusprechen. Das passiere jetzt bereits, aber „im Prinzip am Rande des Gesetzes“, gibt der Schuldirektor der Neuen Mittelschule in der Deublergasse in Wien-Floridsdorf zu bedenken.

„Abstammung und Religion bei Kindern leider viel zu wichtig“
Als Lehrer an Brennpunktschulen beschimpft und körperlich bedrängt zu werden, sei zwar kein neues Problem, es werde aber Klar zufolge immer schlimmer. Besonders die religiösen Konflikte untereinander würden zunehmen. „Im Klassenzimmer tobt ein Kampf zwischen allen möglichen Kulturen“, Abstammung und Religion sei bei den Kindern „leider viel zu wichtig“, zeichnet Klar ein düsteres Bild. Große Probleme gebe es laut dem Schuldirektor, der auch ein Kopftuchverbot an den Schulen fordert, mit vielen islamischen Familien.

Klars Sorge, dass der Islamunterricht an den Schulen die Integration erschwert, teilt auch ein Vater aus dem Irak. Der Mann, der gegenüber „Addendum“ anonym bleiben wollte, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Islamlehrer an Wiens Schulen. Diese würden die Kinder ausnutzen und versuchen, über den islamischen Religionsunterricht Zugang zu den Schülern - 30.000 sind es in Wien - zu finden.

Stadtschulratspräsident Himmer betont in diesem Zusammenhang die demokratischen Werte, die von allen zu respektieren seien - auch von den Islamlehrern, die in der Bundeshauptstadt dem Stadtschulrat unterstehen.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.