Mo, 20. August 2018

„Erziehungsmaßnahme“

06.02.2018 07:25

Schlüssel vergessen: 10 Euro Strafe für Asylwerber

Mit einer ungewöhnlichen Erziehungsmaßnahme hat sich eine Asylhausbetreuerin in Wilhering in Oberösterreich den Zorn eines ehrenamtlichen Helfers zugezogen. Sie hatte einem afghanischen Schützling, der sich versehentlich aus der Wohnung ausgesperrt und die Frau dann grob beschimpft haben soll, zehn Euro in Rechnung gestellt, weil sie zur Unterkunft fahren und ihm die Tür aufschließen musste.

"Obwohl der junge Mann täglich nur sechs Euro Verpflegungsgeld bezieht, verlangt die Heimleiterin der Asylunterkunft in Wilhering von ihm fast einhundertsiebzig Prozent seines Tagsatzes für das Aufsperren, nämlich zehn Euro – geht's noch?", empört sich Johann Pfisterer-Ulram, der in dem Haus auch ehrenamtlich als Deutschlehrer tätig war.

Er wirft der Betreuerin vor, Flüchtlinge auf diese Weise auszunützen. "Wenn jemand nicht ordentlich putzt, muss er ebenfalls drei Euro Buße zahlen. Doch als ich einem von ihnen ein Fliegengitter schenken wollte, hat sie das nicht gestattet", so Pfisterer-Ulram.

Betreuerin verweist auf Hausordnung
Die Hausbetreuerin verweist auf "Krone"-Rückfrage auf die bestehende Hausordnung, an die sich alle zu halten hätten. "Sinn der Maßnahmen ist es, die Asylwerber auf ein Leben vorzubereiten, in dem sie nicht mehr ständig betreut werden", sagt Trixi S. Die Vorgehensweise habe rein pädagogische Hintergründe und sei mit der Caritas und dem Land akkordiert.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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