Di, 17. Juli 2018

Prozess in Innsbruck

02.02.2018 23:22

28 Monate Haft nach Messerattacke im Asylheim

Ein Streit zwischen zwei Iranern (damals 23 und 28 Jahre alt) im Flüchtlingsheim St. Gertraudi lief im Juli 2016 völlig aus dem Ruder. Die beiden attackierten sich mit Messern, beide wurden schwer verletzt. Warum es zum Streit kam, ist unklar. Der heute 24-Jährige wurde nun in Innsbruck zu mehreren Monaten Haft verurteilt.

Eigentlich hätten am Freitag beide Asylwerber am Innsbrucker Landesgericht vor dem Schöffensenat sitzen müssen. Doch der ältere der beiden starb vor zwei Wochen bei einem Zugunglück.

Warum sich die beiden Iraner in der Flüchtlingsunterkunft in die Haare kamen, konnte oder wollte der heute im Oberland lebende 24-Jährige nicht beantworten. „Wir waren stark betrunken, waren aber Freunde und haben eigentlich nur gescherzt“, erklärte er vor Richter Bruno Angerer.

Aus Spaß wurde Ernst
Doch plötzlich wurde offensichtlich aus Spaß bitterer Ernst. Gegenseitige Ehrenbeleidigungen führten dazu, dass beide mit Küchenmessern aufeinander los gingen. „Er hat mir ins Gesicht gestochen. Ich habe mich nur gewehrt“, rechtfertigte sich der Angeklagte. Eine Sachverständige ist anderer Meinung und sprach beim 28-Jährigen von typische Abwehrverletzungen.

Das Gericht war überzeugt, dass „die Provokationen vom 24-Jährigen ausgingen“. Nachdem dieser unlängst wegen einer Körperverletzung zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, kamen nun 28 Monate Gefängnis als Zusatzstrafe hinzu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Samuel Thurner
Samuel Thurner

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