Mo, 22. Oktober 2018

Pointner vs. Kuttin

03.01.2018 11:25

Die Wahrheit hinter dem ÖSV-„Trainer-Eklat“!

Die ÖSV-Adler in der Krise! Sind sie das? Diese Frage werden die letzten beiden Tourneespringen am Donnerstag in Innsbruck und am Dreikönigstag in Bischofshofen beantworten. In Oberstdorf hätte Stefan Kraft fast gewonnen, in Garmisch hat er das Springen verpatzt. Cheftrainer Heinz Kuttin wird jedenfalls nach dem letzten miserablen Ergebnis hart kritisiert - besonders von seinem Vorgänger Alex Pointner, der krone.at seine Sichtweise verriet: "Kuttin hätte mehr Verantwortung übernehmen müssen. Die Springer müssen den ganzen Druck alleine tragen, das ist zu viel." Kuttin selbst erlebt Pointners Kritik als "nicht verständlich und inakzeptabel." Pointner kritisiert auch Ernst Vettori, den Nordischen Direktor: "Er ist einer der nettesten Menschen überhaupt, aber er zeigt keine Eier. Auch er hätte sich viel früher vor Team und Trainer stellen müssen."

Alex Pointner ist der erfolgreichste Trainer gewesen, den Österreich je hatte. Er profitierte natürlich von Ausnahmeathleten wie Schlierenzauer, Morgenstern, Kofler, Loitzl, Koch & Co., hat das System aber auch derart aufgebaut, dass all dies möglich war. Seine Kritik an Kuttin spaltet wieder einmal die Skisprung-Lager. Viele User auf krone.at, Fans der Springer, geben ihm Recht, sind ungeduldig, wollen wieder alte Erfolge sehen. "Stefan Kraft hat letztes Jahr vieles kaschiert", ortet Pointner länger schon Probleme. 

Auf der anderen Seite sind die Springer selbst, die zu 100 Prozent hinter ihrem Trainer Heinz Kuttin stehen und dann gibt es noch die Tatsache, dass jetzt eben nicht so viele Wunderknaben wie zu Pointners Zeit da sind. Gregor Schlierenzauer ist auf dem Weg retour zu - hoffentlich - alter Stärke, aber derzeit kein Top-10-Springer, Michi Hayböck findet seine Form nicht - und Stefan Kraft hat gerade Mal ein Springen verbockt.

In den goldenen Zeiten war ein Andi Kofler - von den Erfolgen her wohl mindestens so ein Ausnahmespringer wie Stefan Kraft - gerade die "Nummer drei" im Team. Hinter einem Schlierenzauer und einem Morgenstern. Und historisch betrachtet war die "Schlieri, Morgi, Kofi"-Ära eben auch eine absolute Ausnahmeerscheinung.

Es würde auch dem Nordischen Direktor Ernst Vettori "an Eiern" fehlen, sagt Pointner. "Das hat sich schon gezeigt, als man sich von mir getrennt hat beim ÖSV. Vettori, mein direkter Chef, ist nicht einmal dabei gewesen, weil es ihm zu viel war. Menschlich ist das ja kein Problem, es gibt wenig nettere Menschen als ihn, aber die Frage bleibt, ob es in seiner Position nicht einen stärkeren Mann brauchen würde." Auch Kuttin habe durch seine Abwesenheit am Trainerturm in Oberstdorf nicht die Verantwortung angenommen. "Dort oben wird Sportpolitik gemacht, man kann für seine Sportler kämpfen - und mit seinen Emotionen die Springer beflügeln", erklärt Pointner.

Wenn man viele Jahre mit den Skispringern im Weltcup unterwegs gewesen ist, weiß man, wie sehr dieser Sport im Kopf entschieden wird. Jetzt bleibt zu hoffen, dass das Team auf die Kritik reagiert. Und zwar auf der Schanze. Vielleicht kann die Wut im Bauch beflügeln. Wenn nicht, werden Pointners Worte wohl schwerer wiegen.

Max Mahdalik, krone.at-Sportchef

Max Mahdalik
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