Sa, 21. Juli 2018

Kärntnerisch g'redt

23.05.2009 13:10

Redn, wie's Maul gwachsn is

"Sprich schönes Deutsch! Es heißt nicht 'haß', es haßt 'heiß'!", schimpft die Lehrerin und rutscht selbst in die Mundart. Dialekt ist seit jeher verpönt, obwohl alte Wörter aussagekräftiger sind. Doch woher kommt das Kärntnerische?

Diese Frage beschäftigt den gebürtigen Oberdrauburger Arnulf Pichler-Stainern von Kind auf. Erst nach dem Studium an der Universität für Bodenkultur in Wien und dem Dienst als Umweltkoordinator fand der nun 75-Jährige Zeit für das Studium der Sprachwissenschaften. Mit einem bahnbrechenden Ergebnis: Unser Dialekt ist Sprachen gleichwertig, denn er hat eine Grammatik.

Der zweite Fall braucht ein "von": "äs Laab von Baam"; der dritte wird mit "in" gebildet: "Gib äs Bier in dii Arbeta", ... Und völlig überraschend: Kärntner, Osttiroler, Tiroler und Südtiroler sprechen Südbairisch - trotz der lautlichen Verschiedenheit.

Von Gspusi bis Tschatsch
"Falsch ist, dass sich unser Dialekt vom Mittelhochdeutschen abgekoppelt hat. Er ist älter", so Pichler-Stainern. Doch germanische Wörter finden sich - Fack (Schwein), Grant (Zorn) - ebenso wie romanische - Fratn (Holzschlag), Gspusi (Liebschaft) - und slawische - wertloses Zeug ist Tschatsch.

Erklärungen und Schriftzeichen für Dialekttexte hat Pichler-Stainern im Verlag Heyn herausgebracht.

Kennst auch du alte Wörter? Schickts s lei! An die Kärntner Krone, Krone Platz 1, 9020 Klagenfurt oder per E-Mail an christina.kogler@kronenzeitung.at, "Kärntnerisch gredt".

von Christina Kogler ("Kärntner Krone") und kaerntnerkrone.at
Symbolbild

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