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Linger- Brüder stellen Doppelsitzer ins Eck

30.03.2014, 15:36
Die Rodel-Brüder Andreas und Wolfgang Linger haben am Sonntag das Ende ihrer Erfolgskarriere verkündet. Im Februar in Sotschi hatten die Olympiasieger von 2006 und 2010 nach zwei schwierigen Saisonen Silber geholt. Sieben Wochen später sagten sie in Wien Ade zum Leistungssport.

Ausschlaggebend für den Schlussstrich sei einerseits die jeweilige Familiensituation, aber auch die nicht mehr ganz hundertprozentig vorhandene Motivation gewesen. "Wir haben lange überlegt. Es hätten einige Gründe dafür gesprochen, dass wir noch weiterfahren, aber es haben die Gründe, die dagegen sprechen, überwogen", meinte Wolfgang Linger.

Die vergangenen zwei Jahre waren für das Erfolgsduo nicht nach Wunsch verlaufen, trotzdem lieferten sie in Sotschi noch einmal eine starke Leistung ab und mussten sich nur den deutschen Dominatoren Tobias Wendl/Tobias Arlt geschlagen geben. Ein weiteres Jahr oder gar vier bis zu den nächsten Winterspielen wollten sie aber nicht mehr auf sich nehmen.

Familienleben hat Vorrang

Mitentscheidend sei das Familienleben gewesen, gaben die Tiroler zu Protokoll. Andreas wird im Mai 33 und wurde einen Tag nach dem Medaillengewinn in Sotschi erstmals Vater. Sein Bruder ist eineinhalb Jahre jünger und hat bereits zwei Kinder. "Wir haben beide Familie daheim. Es ist nicht einfach, wenn man jeden Winter wochen- und monatelang unterwegs ist", sagte Wolfgang Linger. "Der andere Grund ist, dass wir gespürt haben, das Feuer brennt nicht mehr so, wie es brennen muss. Wenn wir etwas machen, dann machen wir es zu 100 Prozent. Wir haben gespürt, dass wir nicht mehr bereit sind, dass wir uns schwertun, die 100 Prozent aus uns herauszuholen, und so wollten wir nicht mehr weiterfahren."

Der Entschluss sei in den letzten Wochen nach einigen Diskussionen gereift. "Die Entscheidung ist nicht von heute auf morgen gefallen. Wir haben die eineinhalb Monate Zeit gebraucht. Es war anfangs auch nicht eindeutig, aber unser gegenseitiges Abtasten hat ergeben, dass wir in eine ähnliche Richtung tendieren. Natürlich hat es aber ein paar Mal Zusammensitzen gebraucht, bis es festgestanden ist", erläuterte Wolfgang Linger die Entscheidungsfindung.

"Wir ticken ähnlich"

Sein Bruder ergänzte, dass man relativ schnell auf einen grünen Zweig gekommen sei, obwohl er sich unter Umständen auch die Fortsetzung der Karriere hätte vorstellen können. "Wir haben schnell gemerkt, dass wir ähnlich ticken. Wolfgang ist der entscheidungsfreudigere Typ. Ich hätte mich vielleicht eher in die andere Richtung mitreißen lassen, aber wenn ich ehrlich zu mir selber war, ist es mir ganz tief drinnen ähnlich gegangen. Somit hat das zum langjährigen Miteinander gepasst, dass es keine großen Diskussionen und Kämpfe gegeben hat."

Natürlich schwinge auch eine Portion Wehmut mit, die WM 2015 in Sigulda - wo das Duo 2003 das erste WM- Gold geholt hat - wäre schon noch reizvoll gewesen. "Aber es geht uns sehr gut mit der Entscheidung und wir freuen uns schon auf das Danach."

Die Zeit nach der Karriere wollen sie zunächst für Fortbildung, die ihnen als Bundesheer- Angehörige zusteht, nutzen. In welche Richtung es gehen wird, sei noch nicht entschieden. Außerdem soll es zu einer Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Verband kommen. "Es hat mit dem ÖRV schon ein sehr gutes Gespräch gegeben. Wir möchten sehr gerne unser Wissen und unsere Erfahrung weitergeben, in welcher Form auch immer. Das wird sich auch in den nächsten Wochen und Monaten weisen", erklärte Andreas Linger. "Uns wird sicher nicht langweilig, wir freuen uns schon auf den neuen Lebensabschnitt", fügte er an. Vor allem die Zeit mit der Familie und das Wegfallen des strikten Tagesablaufes werde man in vollen Zügen genießen. Auch die Abhaltung von Management- und Motivationsseminaren ist ein Thema.

Lingers nur im Doppelpack

Die Fortsetzung der Laufbahn im Einsitzer oder mit einem anderen Partner war hingegen für keinen der beiden eine Option. "Das ist nie zur Diskussion gestanden. Uns Lingers hat es im sportlichen Sinn immer nur zusammen gegeben", betonte der 32- Jährige.

ÖRV- Sportdirektor Markus Prock bedauerte den Abschied des Parade- Duos natürlich. "Für uns ist jetzt schon ein großes Loch da, wenn die erfolgreichsten Athleten ihre Karriere beenden. Sie waren seit 2003 ein fixer Medaillenlieferant", meinte Prock, der sich aber auch schon auf die zukünftige Mitarbeit des Duos im Verband freut.

30.03.2014, 15:36
AG/red
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