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Mateschitz: 'Die WM 2013 wird vielleicht noch knapper'

29.01.2013, 17:00
Die Bullen stürmen in die Arena - am 3. Februar präsentiert Didi Mateschitz in Milton Keynes seinen neuen RB9. Aber schon jetzt analysiert er im "Krone"-Interview die bevorstehende Formel-1-Saison: "Mercedes macht die WM jetzt vom Drei- zum Vierkampf." Und Fernando Alonsos psychologische Kriegsführung für Ferrari? "Der erinnert mich an Muhammad Ali."

"Krone": Didi, kommst du schon zum mit großer Spannung erwarteten ersten Test am 5. Februar nach Jerez?
Didi Mateschitz: Nein, erst zum zweiten nach Barcelona. Weil ich glaube, da sieht man schon mehr.

"Krone": Auch euren Appetit auf weitere WM- Titel?
Mateschitz: Stabilität und Kontinuität sind für uns wichtig. Die gleichen Fahrer, die gleichen Schlüsselfiguren – aber die Weltmeisterschaft wird vielleicht noch knapper, noch spannender als im letzten Jahr. Mir ist das auch lieber, als würde einer vorn wegfahren. Je später die Entscheidung fällt, umso besser.

"Krone": Vielleicht ein Spiegelbild von 2012, als Sebastian Vettel erst das vierte Saisonrennen gewann?
Mateschitz: 2013 wird wieder von Abwechslung geprägt sein. Und die WM hängt von so vielem ab, wie zum Beispiel lächerliche Defekte, die aber wertvolle Punkte kosten.

"Krone": Wie bei Red Bull 2012 mit der Lichtmaschine. Trotzdem verteidigt ihr heuer beide WM- Titel: Vettel dreimal Weltmeister, Red Bull dreimal Konstrukteur- Champion?
Mateschitz: Dreieinhalbmal, um genau zu sein – aber das war die Story mit dem Diffusor.

"Krone": Für Red Bull müssen bald alle Rekordbücher neu geschrieben werden.
Mateschitz: Es geht nicht um Statistik, sondern alle zwei Wochen ums Gewinnen – und wer dazwischen sein Auto am besten weiterentwickelt. Das ist das Spannende an der Formel 1. Aber natürlich: Irgendwann stehst du dann automatisch im Rekordbuch.

"Krone": Heuer ist das Reglement kaum geändert – die Hierarchie auch nicht?
Mateschitz: Es wird sicher härter. Wir, Ferrari, McLaren – alle wollen gewinnen. Und Mercedes stößt nach.

"Krone": Was erwartest du vom neuen Silberpfeile- Duo Niki Lauda und Toto Wolff?
Mateschitz: Niki, das ist ja bekannt, ist ein hervorragender Analytiker, sehr erfahren. Aber es hängt davon ab, wie viel Zeit er hat – und was er selber tun kann und tun will. Toto Wolff kenne ich noch zu wenig. Wir haben bisher nur ein- , zweimal miteinander geredet.

"Krone": Dafür spricht Fernando Alonso umso mehr: Er sagt, Lewis Hamilton ist sein größter WM- Gegner?
Mateschitz: Und er sagte auch, er kämpft gegen Adrian Newey usw. Das ist seine psychologische Kriegsführung, die kennen wir schon von Muhammad Ali. Ich habe alle seine Kämpfe gesehen, schon als er noch Cassius Clay hieß. Also stecken wir Alonso jetzt in die Schublade und nehmen die Sprüche nicht ernst.

"Krone": Wie die geplatzten Hoffnungen der Fans auf ein Grand- Prix- Comeback in Spielberg?
Mateschitz: Das war hochgeschaukelt. Schade ums Papier. Hätten wir einen Grand Prix in der Steiermark gewollt, würden wir sicher nicht viel drüber reden. Von zehn Ankündigungen sind sowieso neun meist sinnlos.

29.01.2013, 17:00
Heinz Prüller, Kronen Zeitung
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