Foto: APA/EPA/DANIEL DAL ZENNARO

Hamilton und Rosberg über "Funkstille" erfreut

18.09.2014, 14:38
Die beiden Mercedes-Rivalen Nico Rosberg und Lewis Hamilton blicken den finalen Duellen um den WM-Titel mit großer Vorfreude entgegen. Grund dafür ist die neue Funkstille in der Formel 1. Beide erhoffen sich einen Vorteil.

"Jetzt ist es pures Rennfahren und das ist gut", sagte Rosberg bei einem Sponsorentermin in Singapur gegenüber dem britischen Sender SkySports. Der WM- Leader betonte vor dem Nacht- Spektakel am Wochenende: "Wir sind nun auf uns allein gestellt, ich denke, das kann es noch um einiges interessanter machen."

Teamkollege Hamilton spekuliert bereits mit einem Vorteil: "Ich hoffe es, ja. Bisher habe man praktisch alles sehen können. Jeden Trick, den ich habe", meinte der Brite, der vor dem sechstletzten Rennen mit 22 Punkten Rückstand auf Rosberg auf Rang zwei lauert. 2009 gewann er den Grand Prix in Singapur. "Es ist 'back to old school'", betonte Hamilton. Für Rosberg ist es wieder "pures Rennfahren".

FIA- Plan geht auf

Die reformfreudigen Regelhüter des Internationalen Automobilverbandes FIA haben damit ihr Ziel erreicht. Die Verboten- und Erlaubt- Liste im Sinne von Artikel 20.1 der Sport- Statuten besagt, dass ein Pilot den Wagen "allein und ohne Hilfe fahren muss". Dem zuletzt aufkommenden Eindruck ferngesteuerter Piloten soll nun Einhalt geboten werden. Untersagt sind den Kommandoständen vor allem Angaben zum Verhalten der Boliden, dazu gehört auch das riskante Spiel mit dem Spritverbrauch. Detaillierte Informationen wie Sektorenzeiten der Konkurrenten dürfen einem Piloten ebenfalls nicht mehr übermittelt werden.

Gleiche Strategie für beide Piloten

"Wir waren 100 Prozent Kommunikation gewöhnt, nun sind es nur noch 20 Prozent", sagt Rosberg. Seiner Meinung nach sei es "definitiv eine gute Sache". Rivale Hamilton räumte zwar ein, dass es in mancher Hinsicht nun schwerer sei. Es ist daher "wirklich wichtig, dass wir auf der gleichen Strategie unterwegs sind", betonte der ebenfalls 29 Jahre alte Brite. Das sei nicht immer in diesem Jahr der Fall gewesen.

Bevor die Regel präzisiert wurde, war bereits von Mercedes- Motorsportchef Toto Wolff und auch von Ferrari Kritik laut geworden. Wolff sprach von einer komplexen und kontroversen Entscheidung. Ferrari titelte in einem Beitrag auf der Homepage des Formel- 1-Rennstalls: "Radio gu- gu, Radio ga- ga."

18.09.2014, 14:38
AG/red
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