Eine Routinekontrolle beendete das Leid für die fünf Illegalen: Bei Haag holten Autobahnpolizisten Montagmittag den iranischen Sattelschlepper von der "West". Schnell war den Beamten klar: Die Fahrer hatten nicht nur die deklarierten getrockneten Datteln geladen – laute Klopfzeichen und verzweifelte Rufe drangen aus dem Hänger.
Umgehend wurde die Ladefläche geöffnet. Und den Polizisten bot sich ein furchtbares Bild: Sie schauten in die Gesichter von fünf erschöpften Flüchtlingen. Darunter auch ein fünfjähriger Bub – er war bereits völlig dehydriert und abgemagert. "Sein Gesundheitszustand war mehr als bedrohlich", so ein Beamter.
Fünf Tage lang – ohne Pause und Tageslicht – waren die Illegalen (darunter auch die Eltern des Buben) eingepfercht. Bei Minustemperaturen, ohne Essen, Trinken – ihre Notdurft mussten sie in Plastiksackerln verrichten. Gestohlene Datteln dienten als Noternährung.
In Istanbul waren die Flüchtlinge aus dem Iran in den Anhänger gestiegen – von wo aus es über die Balkanroute und Österreich nach Großbritannien gehen hätte sollen. Während die beiden iranischen Lkw- Fahrer im Alter von 32 und 61 Jahren nun in U- Haft sind, erholen sich die fünf Iraner im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen.