Mi, 13. Dezember 2017

Wo ist die HDD?

06.12.2017 17:03

Bitcoins entsorgt: Brite will Deponie umgraben

Ein britischer Informatiker hat vor vier Jahren einen wahren Bitcoin-Schatz auf den Müll geworfen. Er hatte versehentlich eine Festplatte mit 7500 Bitcoins entsorgt, die heute einen Wert von mehr als 75 Millionen Euro hätte. Die Sache lässt ihm keine Ruhe, er will sogar die Mülldeponie in der walisischen Stadt Newport umgraben, um seine Bitcoins zurück zu bekommen. Er darf allerdings nicht.

Der Grund: Die Gemeinde ist laut einem "Heise"-Bericht gegen die Grabungen, weil die Operation Millionen verschlingen würde und erhebliche Konsequenzen für die Umwelt zu befürchten seien. Dass es selbst mit Spezialgerät wie Metalldetektoren alles andere als sicher ist, dass die Festplatte gefunden wird, kommt noch dazu. Würde sie gefunden, wäre sie nach vier Jahren auf der Mülldeponie zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit schlichtweg kaputt.

Der Informatiker hofft immer noch. Er hat der Gemeinde einen Anteil von zehn Prozent der Bitcoins zugesagt, sollte seine Festplatte gefunden werden. Auch eine Kandidatur für den Gemeinderat, um von dort aus die Grabungsarbeiten doch noch durchsetzen zu können, steht für den Jäger des verlorenen Bitcoin-Schatzes im Raum.

Bitcoins 2009 mit ordinärem Laptop erzeugt
Auch, wenn die Festplatte wohl trotz allem nicht wiedergefunden wird: Der Ärger des Briten ist nachvollziehbar. Er hatte die Bitcoins 2009 schon in der Frühzeit der Digitalwährung mit seinem Laptop erzeugt. Als er diesen später entsorgte, baute er die Festplatte extra aus und lagerte sie in einer Schublade ein - bis er sie irgendwann bei einem Umzug versehentlich entsorgte. Mitsamt der 7500 Bitcoins darauf, die ihn heute zum Multimillionär machen würden.

So wie dem Informatiker aus Newport geht es vielen Menschen, die früh mit dem Bitcoin experimentiert haben. Viele von ihnen haben die Digitalwährung aus Neugier erzeugt, die Speichermedien mit ihren Bitcoins dann aber irgendwann verloren oder die Zugangsschlüssel vergessen. Schätzungen des Bitcoin-Forensikunternehmens Chainalysis gehen davon aus, dass weltweit 2,78 bis 3,79 Millionen Bitcoins für immer verloren sind. Das sind Dutzende Milliarden US-Dollar.

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