Sa, 18. November 2017

Passagiere erzürnt

14.11.2017 11:36

Lufthansa: Wucherpreise nach der Air-Berlin-Pleite

Fliegen mit der Lufthansa innerhalb Deutschlands ist seit der Pleite von Air Berlin massiv teurer geworden - durchschnittlich um 16 Prozent! Der Grund: Die AUA-Mutter könne laut eigener Aussage die Lücke, die die Air-Berlin-Pleite in das Flugangebot gerissen hatte, noch nicht füllen. Derzeit seien 80 der gut 140 Flugzeuge der insolventen Firma am Boden. "Dadurch fehlen uns jeden Tag 60.000 Sitze", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Die wenigen verbliebenen Sitze, die wir noch anbieten können, sind natürlich knapp und damit teuer", räumte er ein. Die Lage wird sich voraussichtlich erst im Jänner wieder entspannen.

Kunden müssen für einen innerdeutschen Flug aktuell tief in die Tasche greifen. Tickets für Routen wie Berlin-München oder Berlin-Köln sind nahezu ausgebucht und selbst Economy-Class-Tickets oft nur zu Preisen jenseits von 300 Euro - nur für den Hinflug wohlgemerkt - zu bekommen. Derzeit ist Lufthansa auf vielen innerdeutschen Strecken Monopolist.

1000 neue innerdeutsche Flüge pro Monat angekündigt
In den kommenden Wochen dürfte sich an dem Kapazitätenengpass bei Lufthansa erst einmal nichts ändern. Denn die EU-Kommission wird voraussichtlich erst Ende Dezember entscheiden, ob die Airline die rund 80 Flugzeuge und die Start- und Landerechte von Air Berlin übernehmen darf. Spohr kündigte in dieser Woche 1000 zusätzliche Flüge zwischen deutschen Flughäfen pro Monat an - allerdings erst ab Jänner 2018. "Ich kann versprechen, dass mit neuen innerdeutschen Flügen wieder stabile Preise kommen", sagte Spohr der "Bild"-Zeitung. "Wir als Lufthansa wollen ja nicht die deutschen Verbraucher gegen uns aufbringen. Wenn ich in 100 Tagen alle Sympathien verspielen würde, die die Lufthansa in 65 Jahren aufgebaut hat, dann wäre ich schlecht beraten."

Als ein Zeichen des guten Willens verwies Spohr darauf, dass die Airline auf der Strecke Berlin-Frankfurt bereits einen Jumbo einsetze, um die hohe Nachfrage bedienen zu können. "Das rechnet sich betriebswirtschaftlich überhaupt nicht, weil es ein großes, teures Flugzeug ist. Aber es zeigt, dass wir helfen wollen", sagte der Lufthansa-Chef.

AUA-Mutter plant rund 8000 Neueinstellungen
Die AUA-Mutter Lufthansa will 2018 zudem Tausende neue Beschäftigte an Bord nehmen. "Wir werden im nächsten Jahr 8000 neue Mitarbeiter einstellen", sagte Spohr. Allein die Billigflug-Tochter Eurowings soll durch den Zukauf der 80 Maschinen der insolventen Air Berlin um 3000 auf rund 10.000 Mitarbeiter zulegen.

Die Hälfte der 8000 neuen Mitarbeiter werden Flugbegleiter sein, wie ein Lufthansa-Sprecher erklärte. Hier sind die Abgänge allerdings auch höher als in anderen Einsatzfeldern, da ein Job als Steward oder Stewardess zwischen Matura und Studium gefragt ist. Im Cockpit seien 800 Einstellungen und am Boden 1300 geplant.

Die Airline selbst sucht dem Sprecher zufolge 2500 neue Flugbegleiter. Nach leichtem Stellenrückgang in diesem Jahr soll Lufthansa 2018 wieder zulegen. Schon in diesem Jahr wuchs die Belegschaft des Konzerns um mehr als 4600 auf knapp 129.000 Leute. Ein großer Teil des Personalanstiegs entfiel auf die vollständige Integration der belgischen Brussels Airlines.

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