So, 19. November 2017

Bad Gastein

05.11.2017 11:45

Hoffnung durch Landes-Deal

Der spontane Applaus der anwesenden Einheimischen bei der Pressekonferenz am Freitag in Bad Gastein hat sich am Samstag in den sozialen Medien fortgesetzt. "Wichtig und höchste Zeit für das ganze Tal, dass das Land die Gebäude gekauft hat", so der Tenor. Projektpartner Erhard Grossnigg ist kein Unbekannter.

Denn der Unternehmer ist über die Grenzen Österreichs hinaus als DER Sanierer von maroden Firmen - das Wort "beinhart" fällt oft in Zusammenhang mit ihm - bekannt. In Interviews betont der 71-Jährige immer wieder, dass er mit diesem Ruf gut leben könne. Er habe zwar Tausende Arbeitsplätze gestrichen, aber dadurch auch viele erhalten. Gegenüber der "Krone" betonte er: "Mehr einnehmen als ausgeben, so arbeite ich."

Finanzberater Grossnigg Projektpartner

Der Oberösterreicher soll es im historischen Zentrum von Gastein richten, Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat ihn als Projektpartner ins Boot geholt. Um sechs Millionen kaufte die öffentliche Hand das Straubinger, das Postgebäude und das Badeschloss, allesamt unter Denkmalschutz, mehr als baufällig und seit Jahren leer stehend. Nichts mehr ist übrig vom alten Glanz, den der historische Kern einst verströmte. Bürgermeister Gerhard Steinbauer bezeichnete das ruinöse Ortszentrum als "Mühlstein um den Hals". Erhard Grossnigg hat nach eigenen Angaben jahrelang mit dem vermeintlichen Investor Franz Duval - er hat sich Ende der 1990er-Jahre in Gastein eingekauft - verhandelt und gibt zu: "Mir hätte er diese Gebäude niemals verkauft, ich habe irgendwann aufgegeben. Aber Wilfried Haslauer offenbar nicht, er hat weiter verhandelt und jetzt schauen wir in die Zukunft."

Land behält die Häuser zwei Jahre lang

Wie die genau aussehen wird, das soll unter Federführung von Grossnigg mit dem Land und der Gemeinde ausgearbeitet werden. "Wir werden sicher kein Hotel betreiben, nach zwei Jahren wollen wir an Investoren weiter geben. Wir haben sozusagen die Hand drauf, können mitbestimmen, das macht es leichter", betonte Haslauer. Grossnigg streute der Landeshauptmann Rosen: "Der weiß, was er tut." Zumindest ist der Firmensanierer an

Haslauer: "Jetzt bestimmen wir mit"

zahlreichen Unternehmen beteiligt, die er meist in der Krise mit übernommen hat. Zu seinem "Imperium" gehören auch die Westbahn, Ankerbrot, Bene, Dachstein-Schuhe, Gaulhofer, Austro Lease Fuhrparkmanagement und viele mehr. Seine "Austro Holding" macht jährlich einen Umsatz von mehr als 180 Millionen Euro.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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