Fr, 24. November 2017

Ex-Handball-Star

02.11.2017 17:07

Sensationell: Szilagyi kehrt zum THW Kiel zurück

2007 gewann er als Spieler mit dem THW Kiel die Champions League, zehn Jahre später kehrt Österreichs erfolgreichster Handballer aller Zeiten, Viktor Szilagyi, als sportlicher Leiter zum deutschen Superklub, der derzeit in einer Krise steckt, zurück. "Es gibt in Europa nichts Größeres als Kiel oder Barcelona, freut sich Österreichs ehemaliger Teamkapitän auf seine neue Aufgabe, die er am 1. Jänner 2018 in Angriff nehmen wird.

"Das ist eine große Wertschätzung meiner Person, weil ich das Gefühl hatte, dass mich der Klub unbedingt haben wollte!" Im Zuge einer Neustrukturierung übernimmt er das Amt von Manager Thorsten Storm, der ins Marketing wechseln wird. Szilagyi wird damit Vorgesetzter von Trainer Alfred Gislason, der in der Kritik steht, weil Kiel (in Zeiten des Umbruchs) als Titelverteidiger im Cup frühzeitig ausgeschieden und in der Bundesliga nur Mittelmaß ist - sowie in der Champions League in fünf Spielen nur einmal gewinnen konnte. Viel zu wenig für die Ansprüche eines Vereins dieser Kategorie. "Ich bin in meiner Karriere immer den schwierigen Weg konsequent gegangen", sagt der fünffache Europacup-Sieger über die riesige Herausforderung. Die Zusammenarbeit mit dem von ihm so hoch geschätzten Gislason, der ihn einst als Spieler zum VfL Gummersbach geholt, dann aber ein Angebot des THW Kiel angenommen hatte, wird etwas Besonderes. Die Wege kreuzen sich also erst im zweiten Versuch.

Szilagyi fällt der nahende Abschied beim Bergischen HC mit Jahresende trotz der fast unwiderstehlichen Verlockung "Kiel" nicht leicht. "Das war die längste Station in meiner Profikarriere. Zuletzt konnte ich erstmals eine Mannschaft selbst zusammenstellen!" Das nicht geplante Comeback in der Vorsaison endete mit einem Kreuzbandriss abrupt. Aber in schlechten Umständen liegt mitunter auch etwas Gutes. So konnte er sich ab diesem Zeitpunkt ganz auf seine Funktion als sportlicher Leiter konzentrieren. Offenbar mit Erfolg. Denn der BHC führt ohne Punkteverlust die zweite deutsche Liga an, liegt auf Aufstiegskurs. "Es ist ein phantastisches Arbeiten, ohne Druck". Das wird sich im neuen Jahr grundlegend ändern.

Szilagyi wird beim THW Kiel auch zwei Landsleute und aktuelle Teamspieler treffen: Nikola Bilyk und den rekonvaleszenten Raul Santos. "Niko ist eines der größten Talente im Welt-Handball. Ich hätte mich schon gerne früher bei ihm gemeldet!" Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. "Die Krise beim THW ist lösbar, die Frage ist, wie schnell. Es wurden von außen viele Baustellen eröffnet", weiß der 39-Jährige, was auf ihn zukommt. Österreichs Handball erfährt mit dem Aufstieg seines "größten Sohns" eine weitere Aufwertung - und das im Vorfeld der EM 2018 in Kroatien …

Christian Pollak, Kronen Zeitung

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