Sa, 18. November 2017

Neuer Bayern-Trainer

09.10.2017 16:26

„Hund hat zweimal gebellt“: Heynckes ist zurück

Altmeister Jupp Heynckes verspricht dem FC Bayern "wieder Ordnung"! Am Montag setzte der 72-jährige Trainer bei seiner Präsentation in der Allianz Arena zu einem Monolog von zehneinhalb Minuten an. Konkrete Ziele verkniff sich der Triple-Macher von 2013, er meinte aber optimistisch: "Trotz der schwierigen Situation bin ich zuversichtlich, dass wir die Erfolgsspur wieder aufnehmen."

Seine Mission begann Heynckes voller Tatendrang, was man auch an seiner Ansprache hören konnte. Im Team wieder "Ordnung schaffen", eine "Hierarchie installieren" und den Bossen Zeit und Ruhe bei der langfristigen Trainersuche schenken - diese grobe Vorstellung umriss der alte und neue Hoffnungsträger vor zwei Dutzend Kamerateams und mehr als 70 Reportern. Mehr als eine Acht-Monats-Episode soll die Rückkehr des fast schon legendenhaft verehrten Trainers an der Säbener Straße aber nicht sein. Das machte Heynckes, der wegen des Herzensvereins nach langen Überlegungen sogar seine Frau Iris vor einer Knie-Operation und den gemeinsamen Schäferhund "Cando" am Niederrhein zurückließ, mehrmals deutlich.

Immerhin: "Cando" habe sich positiv geäußert, wie Heynckes schmunzelnd bemerkte. "Er hat zweimal gebellt, dann war das Ding in trockenen Tüchern." Bei seinem bis dato letzten Engagement in München hatte sich der Weltmeister von 1974 noch arg geärgert, als ihm während der Saison schon der künftige Nachfolger Pep Guardiola präsentiert worden war. Wer die Mannschaft mit den Österreichern David Alaba und Marco Friedl ab Sommer 2018 dauerhaft trainieren wird, das werde in den nächsten Monaten in aller Ruhe entschieden. "Ich kann heute schon eines ziemlich klar sagen: Dass wir sicherlich im Jahr 2017 nicht verkünden werden, was zum 1.7.2018 passiert", unterstrich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Auch wenn Heynckes über seinen Vorgänger Ancelotti kein schlechtes Wort verlor und den Italiener sogar als "Gentleman" lobte - mit der Vergangenheit soll schnell gebrochen werden. Misstöne innerhalb der Mannschaft, frustrierte Spieler, stagnierende Entwicklungen einzelner Profis und sonderbare Aufstellungen hatten den Bayern in der Bundesliga fünf Punkte Rückstand auf Dortmund und in der CL ein 0:3 bei PSG eingebrockt. "Meine Aufgabe ist, wieder Ordnung zu schaffen", betonte Heynckes, der die Situation "entkrampfen" und "entschleunigen" will. "Wir sind in Deutschland im Land der Handwerker. Da gibt es ja eine Hierarchie: Lehrlinge, Gesellen und Meister", so Rummenigge. "Ich würde Jupp als den absoluten Meister im Fußball bezeichnen. Das ist genau der Mann, der weiß, was zu tun ist."

Von Titeln oder gar einer Wiederholung des historischen Triples aus dem Jahr 2013 sprach Heynckes nicht. "Es bringt nichts, wenn wir jetzt schon anfangen, irgendwelche Ziele auszugeben", meinte der Coach. Zumal sein Freundschaftsdienst mit höchst komplizierten drei Wochen inklusive sieben Pflichtspielen beginnt. Heynckes will "hochsensibel" sein. "Das wird ein Balanceakt werden", ist er überzeugt, "aber ich denke, dass ich genügend Erfahrung habe, das zu handeln." Neben den sportlichen Leistungen auf dem Platz soll sich beim FC Bayern künftig auch das Verhältnis von Vereinspräsident Hoeneß mit Vorstandsboss Rummenigge verbessern. Jüngst habe es zwischen den Bayern-Bossen immer wieder "Unebenheiten" gegeben, wie Hoeneß nun einräumte.

David Alaba im 1. Heynckes-Training dabei
Hoeneß und Rummenigge hatten etwa bei Themen wie der Asien-Reise im Sommer öffentlich unterschiedliche Meinungen kundgetan. "Ich denke, dass diese Dinge, die in den letzten Monaten passiert sind, nicht mehr passieren werden", sagte Hoeneß. Übrigens: Seine erste Einheit als neuer Bayern-Trainer absolvierte Heynckes mit einem Rumpfteam ohne die meisten Nationalspieler. Unter den insgesamt 16 Akteuren war aber zumindest David Alaba - der ÖFB-Teamspieler hatte für das Nationalteam wegen Nachwehen von einer Sprunggelenksverletzung abgesagt.

krone Sport
Redaktion
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