Mo, 11. Dezember 2017

In Wien-Josefstadt

22.05.2017 13:27

Nächster Häftling nutzte Prozesstermin zur Flucht!

Erst am Freitag hatte ein Häftling im Zuge seines Prozesses in Innsbruck mit einem Sprung aus dem Fenster die Flucht angetreten, konnte nach rund 30 Minuten aber wieder festgenommen werden. Nun wurde ein weiterer Fluchtversuch eines Häftlings in Wien bekannt, der zusätzlich verdeutlicht, dass gerade Prozesstermine Gefangenen durchaus Möglichkeiten bieten, sich dem Gefängnis zu entziehen.

Bereits Mitte März war es dem Häftling der Wiener Justizanstalt Josefstadt - ein 19 Jahre alter Tschetschene - gelungen, aus dem Gefängnis zu fliehen. Der Häftling hätte eigentlich zu seiner Berufungsverhandlung gebracht werden sollen - er war erstinstanzlich wegen eines Gewaltdelikts zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Den geplanten Transport von der Justizanstalt in den Justizpalast nutzte der 19-Jährige für einen Fluchtversuch.

In Schleuse durch Türspalt geschlüpft und davongerannt
Zwei Justizwachebeamte eskortierten den in U-Haft befindlichen Mann gegen 9.40 Uhr zu einem bereitgestellten Fahrzeug, mit dem dieser zum Oberlandesgericht gebracht werden sollte. Am Weg dorthin passierte die Gruppe eine Schleuse, die hinter ihnen geschlossen wurde. Während des Schließvorgangs machte der 19-Jährige plötzlich am Absatz kehrt, rannte auf das doppelflügelige Tor zu, schlüpfte durch einen Spalt, gelangte so auf den Vorplatz der Justizanstalt und in weiterer Folge im Laufschritt in die Wickenburggasse. Die beiden Justizwachebeamten nahmen die Verfolgung auf und holten den Flüchtenden noch in der Gasse ein. Gemeinsam mit einem dritten Kollegen konnte der 19-Jährige überwältigt werden.

Attacke auf Justizwache hat Nachspiel vor Gericht
Der Tschetschene soll sich den Beamten widersetzt und auf sie eingetreten haben. Zwei Beamte erlitten dabei leichte Verletzungen und mussten im Spital ambulant behandelt werden. Er muss sich deshalb am Mittwoch am Landesgericht für Strafsachen wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchter schwerer Körperverletzung verantworten, teilte Gerichtssprecherin Christina Salzborn mit. Es soll sich nicht um den ersten Fluchtversuch des Gefangenen gehandelt haben. Der 19-Jährige wurde mittlerweile in die Justizanstalt Graz-Karlau verlegt.

Flucht gestanden, Angriff nicht
Zwar zeigt er sich geständig, die Flucht ergriffen zu haben - als Begründung dafür nannte er, dass sich seine Mutter im Krankenhaus befunden habe und er überdies befürchtete, nach seiner Haftverbüßung abgeschoben zu werden. Von den Tritten gegen die beiden Justizwachebeamten will der junge Mann allerdings nichts wissen. Vielmehr seien sie ohne sein Zutun gestürzt und hätten sich so selbst verletzt.

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Redaktion
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