So, 19. November 2017

Für zehn Jahre

18.05.2017 08:57

EU will umstrittenes Glyphosat weiterhin zulassen

Es hat massive negative Einflüsse auf die Artenvielfalt, wird als Unkrautvernichter eingesetzt, sein Einsatz ist schwer umstritten - und dennoch plant die EU-Kommission, das Pflanzengift Glyphosat für weitere zehn Jahre in Europa zuzulassen. Es handle sich dabei zunächst um einen Vorschlag, sagte eine Kommissionssprecherin am Mittwoch. Nun müssten Diskussionen mit den EU-Mitgliedsstaaten geführt werden. Man strebe eine Lösung an, die die größtmögliche Unterstützung habe.

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA in Helsinki hatte im März das massenhaft als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzte Pflanzengift als nicht krebserregend eingestuft. Die EU-Kommission kündigte daraufhin an, bis spätestens Ende des Jahres über die erneute Genehmigung zu entscheiden.

US-Konzern Monsanto macht mit Glyphosat Milliardenumsätze
Die Nutzung der Chemikalie in der Landwirtschaft war durch eine Studie der internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation WHO infrage gestellt worden, die Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" einstufte. Unstrittig sind massive negative Einflüsse der Chemikalie auf die Artenvielfalt. Der US-Konzern Monsanto verkauft das Mittel unter dem Markennamen "Roundup" und hat damit Milliardenumsätze gemacht. In der konventionellen Agrarindustrie wird es zur Ertragssteigerung eingesetzt.

19 von 28 EU-Mitgliedsländern stimmten 2016 für weitere Zulassung
Die EU-Zulassung für Glyphosat war eigentlich bereits am 30. Juni 2016 ausgelaufen. Die EU-Kommission hatte damals die Genehmigung um eineinhalb Jahre verlängert, obwohl der Einsatz unter den Mitgliedsstaaten umstritten ist. Bisher konnten die EU-Staaten keine Einigung darüber erzielen, ob das Herbizid weiter eingesetzt werden darf. Vergangenes Jahr stimmten von den 28 Mitgliedsländern 19 für eine weitere Zulassung, sieben enthielten sich. Nur Frankreich und Malta waren dagegen.

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