Sa, 18. November 2017

„Gibt keinen Dialog“

17.02.2017 16:31

Papst Franziskus fordert: Handy weg beim Essen!

Papst Franziskus hat am Freitag Roms staatliche Universität "Roma Tre" besucht. In seiner Ansprache rief Franziskus einerseits zu konstruktiven Tönen in der Politik auf, andererseits übte er auch Kritik am Smartphone-Gebrauch junger Menschen. Diese sollten beim Essen mit der Familie durchaus auch mal das Handy weglegen und sich mit ihren Lieben unterhalten, forderte der Pontifex.

Die Nachrichtenagentur AFP zitierte Papst Franziskus: "Wenn wir am Tisch sitzen und dann mit anderen telefonieren, ist das der Beginn des Krieges, denn es gibt keinen Dialog. Wo es keinen Dialog gibt, herrscht Gewalt. Niemand kann leugnen, dass wir uns im Krieg befinden. Wir erleben einen Dritten Weltkrieg in Teilen. Wir müssen die Töne mildern, weniger sprechen und mehr zuhören."

Papst klagt über sinkendes politisches Niveau
Das gelte freilich nicht nur am heimischen Esstisch, sondern auch in der Politik. Franziskus klagte, dass das Niveau der Politik stark gesunken sei. Es fehle vor allem an Dialog. Verbale Gewalt, Beleidigungen und Beschimpfungen in den Medien und Fernsehdebatten seien an der Tagesordnung.

Anlass des Besuchs des Papstes an der römischen Uni ist das 25-jährige Bestehen der mit rund 35.000 Studenten zweitgrößten staatlichen Universität Italiens. Für Franziskus ist es die erste Visite bei einer nicht-kirchlichen Universität in Rom.

Tausende Studenten wollten den Papst sehen
An dem Treffen mit dem Papst nahmen Tausende Studenten teil. Zu ihnen zählte auch die 31-jährige Nour Essa. Die aus Syrien geflüchtete Frau war vom Papst von der griechischen Insel Lesbos nach Rom mitgenommen worden. Die junge Frau studiert jetzt Biologie an der Universität "Roma Tre". Mit ihrem Mann und ihrem Sohn habe sie sich rasch in Rom eingelebt, berichtete die Frau und dankte dem Papst für seine Unterstützung.

Zuletzt hatte Johannes Paul II. Ende Jänner 2001 der "Roma Tre" zu deren zehnjährigem Bestehen einen Besuch abgestattet. Ein für den 17. Jänner 2008 geplantes Treffen von Benedikt XVI. in der mit über 100.000 Studenten größten römischen Uni "Sapienza" war nach Protesten von Dozenten und Studenten abgesagt worden. Linksorientierte Studenten und eine Gruppe von 67 Professoren hatten im Namen des Laizismus der Universität gegen den Papst-Besuch vehement protestiert.

 krone.at
Redaktion
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