Mi, 22. November 2017

Sensationssieg

15.01.2017 22:17

Christine Scheyer - diese Dame erlöste den ÖSV

"Wie bitte? Wer hat gewonnen?" Jeder, der es nicht live gesehen hatte, war völlig perplex: Nicht nur darüber, dass Österreichs Ski-Damen bei der Abfahrt in Zauchensee endlich wieder gewinnen konnten (siehe Story), sondern auch über die Dame, die sie noch nie gehört hatten. Christine Scheyer (Siegesfahrt oben im Video) ist die Heldin der Stunde in Österreichs Sport. Und der Liebling im ÖSV. Denn dort stand man schon mächtig unter Druck wegen der ausbleibende Erfolge bei den Damen. Aber wer ist Christine Scheyer eigentlich? Hier mehr:

Nein, eine eigene Homepage hat sie noch nicht. Und, ja, Christine Scheyers Facebook-Seite hat am Sonntag "geraucht" vor neuer "Gefällt mir"-Angaben. Auch, wenn die Fans vergeblich auf ein Statement von ihr dort warteten. Denn Österreichs neue Siegerin wurde herumgreicht. Von Interview zu Interview, von Gratulation zu Gratulation.

Der erste Gratulant war der Präsident höchstpersönlich: Peter Schröcksnadel war sofort per Telefon im Zielraum zur Stelle, um seine neue Siegerin zu beglückwünschen. Auch ihm ist ein Stein vom Herzen gefallen.

Vier Schwestern, Vater als Sponsor
Die 22-jährige Vorarbergerin aus Götzis, die vier Schwestern hat, die alle skifahren, freute sich aber am meisten über die Umarmung vom Vater, der auch im Zielraum stand und sie nicht nur mit zweieinhalb Jahren ein erstes Mal auf die Brettl`n stellte, sondern auch jetzt mit seiner Firma Sola (Messwerkzeuge) der Kopfsponsor seiner Tochter ist.

Die Siegerin, die aus dem Nichts kam, musste später auch zum ORF-Studio-Interview vor Ort: "Ich kann das alles noch gar nicht fassen", erklärte sie im sympathischen Vorarlberger Dialekt dem verzückten ORF-Reporter Ernst Hausleitner, "es ist schon verrückt, aber ich hab ein gutes Gefühl gehabt, war auch im Training schon sehr schnell, nur im Rennen hab ich mich gar nicht so schnell gefühlt."

Im Europacup ist nur zweimal aufs Stockerl gefahren, aber im Weltcup in Val d´Isere landete sie schon auf Platz neun und jetzt in der vierten Weltcupabfahrt ihres Lebens gelang ihr gleich der erste Sieg! Christine ist die erste Weltcupsiegerin aus Vorarlbergerin seit Anita Wachter 1999. Ein Kreuzbandriss im linken und einer im rechten Knie bremsten die Karriere in den Jahren 2013 und 2015 massiv. "Deswegen ist das jetzt eine Comeback-Saison für mich", erklärte sie. Und was für eine!

Die "Springerin"
Die Trainer hatten sie schon länger auf der Rechnung: "Es gibt nur ganz wenige, die so springen können wie sie. Da hört man beim Landen absolut nichts", betonte Damenboss Jürgen Kriechbaum.

Umarmung von Vonn
Von der Drucksituation in der Mannschaft hatte die Wirtschaftsstudentin Scheyer nichts mitbekommen. Wieviel Druck vom Team danach gefallen ist, umso mehr. "Die Teamkolleginnen haben alle gelacht und gesagt: Du spinnst ja!" Gratulationen gab es von vielen, auch eine Umarmung von Lindsey Vonn: "Das war schon eine sehr, sehr große Ehre für mich. Ich hab sie ja nur aus dem TV gekannt." Und was sagt Lindsey zur neuen Siegerin? "Ich hab sie auch nicht gekannt, aber freue mich sehr. Für den Skisport sind neue, starke Mädels enorm wichtig!"

Und einen neuen Twitter-Follower hat sie jetzt auch: Hannes Reichelt! "Das hab ich erst nicht glauben können, ehrt mich enorm. Irgendwie kapiere ich das alles noch nicht so richtig", stammelte Christine. So lange sie weiter so schnell fährt, ist das auch gar nicht so wichtig! Herzliche Gratulation!

Max Mahdalik
Sportchef krone.at
Max Mahdalik
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