Mo, 20. November 2017

In dünner Luft

01.01.2017 13:41

39. Auflage der Dakar-Rallye startet in Paraguay

Die Luft wird dünn bei der Rallye Dakar. Von den zwölf Etappen des Offroad-Abenteuers über knapp 9000 Kilometer durch Paraguay, Bolivien und Argentinien müssen die Fahrer gleich sechs Tage im sauerstoffarmen Altiplano verbringen. Auf mehr als 3000 Metern in der Hochebene von Bolivien wartet auf Dakar-Dauersieger Stephane Peterhansel & Co. Schwerstarbeit. Der gigantische Tross startet am Montag in Paraguays Hauptstadt Asuncion in die aufregendste Rallye der Welt.

Die Piloten und Crews werden von der 39. Auflage durch Sand und Staub erst am 14. Jänner in Buenos Aires wieder von den Strapazen erlöst. Mit dabei sind in der Motorrad-Kategorie die Österreicher Matthias Walkner und Markus Berthold, sowie bei den Autos die Kärntnerin Ilka Minor als Beifahrerin des Tschechen Martin Prokop.

"Die Konzentration ist unheimlich wichtig"
Als besonders hart gilt die neunte Etappe von Salta nach Chilecito. Sie wird "Super-Belen" genannt, weil sie um den Ort Belen führt, und ist mit 977 Kilometern auch die längste Etappe für die fast 400 eingeschriebenen Fahrzeuge. "Das größte Problem bei der Dakar besteht für mich darin, über einen so langen Zeitraum konzentriert zu bleiben. Die Konzentration ist unheimlich wichtig", beschrieb Peugeot-Fahrer Cyril Despres eine der Herausforderungen.

Um sich auf die dünne Luft besser einstellen zu können, schlief der Franzose schon im Vorfeld nachts immer in einem Höhenzelt, das die Anpassung erleichtern soll. "An Dakar denke ich das ganze Jahr", meinte Despres über seine Vorbereitung auf die Rallye, die nun erstmals Paraguay zu ihrer Route zählt.

Bereits 70 Todesfälle in Dakar-Historie
Das Rennen bedeutet auch immer Gefahr. Rund 70 Todesfälle wurden in der Historie der Rallye verzeichnet. Seit das Rennen 2009 nach Südamerika wechselte, kam in jedem Jahr mindestens ein Mensch während der PS-Hatz ums Leben. 2016 starb ein Zuschauer, der in Uyuni angefahren wurde. Beim Start vor einem Jahr in Buenos Aires wurden 13 Zuschauer verletzt.

Beim Auftakt in Asuncion werden nun auch Staatschef Horacio Cartes und sein bolivianischer Amtskollege Evo Morales erwartet. Rund 1000 paraguayische Polizisten sollen für Sicherheit sorgen. Von Beginn an werden die Blicke auf Titelverteidiger Peterhansel und Beifahrer Jean-Paul Cottret gerichtet sein.

Kann Peterhansel zum 13. Mal gewinnen?
Der französische Peugeot-Pilot gewann 2016 nach sechs Siegen auf dem Motorrad auch zum sechsten Mal mit dem Auto die legendärste aller Rallyes. "Ich weiß nicht, ob mir eine so große Motivation noch bleibt", räumte Peterhansel 25 Jahre nach seinem ersten Dakar-Erfolg ein. Sebastien Loeb (Peugeot), Nasser Al-Attiyah (Toyota) und Carlos Sainz (Toyota) wollen den 51-Jährigen entthronen.

krone Sport
Redaktion
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