Di, 21. November 2017

Keine Namen genannt

22.12.2016 19:47

Zwei russische Biathlon-Olympiastarter gesperrt

Russlands Biathleten sind nach weiteren Doping-Enthüllungen um eine Kollektivstrafe herumgekommen. Zwei Olympia-Starter von Sotschi wurden vorläufig gesperrt. Zuvor hatte das Internationale Olympische Komitee ein Disziplinarverfahren gegen die Sportler eingeleitet. Namen wurden allerdings nicht genannt.

Der Biathlon-Weltverband IBU leitete zudem "formelle Untersuchungen" gegen Russlands Verband und 29 der im McLaren-Report genannten Sportler ein. Auf eine Suspendierung wurde zunächst verzichtet. Dies teilte der Weltverband nach einer Vorstandssitzung am Donnerstag in München mit. 31 russische Skijäger waren zuvor im McLaren-Report als dopingverdächtig genannt worden.

Außerdem gaben die Russen selbst den Biathlon-Weltcup im März in Tjumen sowie die Junioren-Weltmeisterschaft an den Weltverband IBU zurück. Dies sei ein erster wichtiger Schritt der russischen Biathlon Union, "um der IBU und der Welt des Sports zu zeigen, dass die aktuelle Situation sehr ernst genommen" werde, erklärte IBU-Chef Anders Besseberg.

IBU: Verdacht reicht nicht aus, um zu sanktionieren
Erst am Donnerstag vor einer Woche hatte Besseberg die Doping-Vorwürfe gegen die 31 russischen Skijäger öffentlich gemacht. Eine fünfköpfige Expertengruppe aus fünf Nationen hatte danach die Indizien aus dem WADA-Bericht überprüft. Nach der Ergebnispräsentation sagte Besseberg: Die Ergebnisse des McLaren-Berichts würden schwere Probleme im russischen Sport und im Anti-Doping-Kontrollsystem zeigen. Doch allein der Verdacht reiche nicht aus, um zu sanktionieren. Die Regeln müssten "für die Schuldigen und für die Unschuldigen" gelten.

Mehr als 1000 russische Sportler waren nach Ermittlungen der Welt-Anti-Doping-Agentur zwischen 2011 und 2015 Teil der staatlichen Dopingpolitik. Es wurden Beweise gefunden, dass Dopingproben von insgesamt zwölf Medaillengewinnern der Sotschi-Spiele 2014 manipuliert wurden. Vier Olympiasieger seien dabei gewesen, hatte WADA-Chefermittler Richard McLaren am 9. Dezember in London mitgeteilt.

Letztmals 2009 derartig heftige Proteste gegen Russen
In den vergangenen Tagen war der Druck auf die IBU mit Boykott-Aufrufen von Spitzenathleten und Verbänden erhöht worden. Letztmals waren die anderen Länder im Jahr 2009 so massiv gegen die Russen vorgegangen. Damals waren drei russische Weltklasseathleten überführt und gesperrt worden. Gleich 23 Nationen hatten die IBU damals in einem offenen Brief zum Handeln aufgefordert. Die RBU war jedoch mit einer Geldstrafe von 50 000 Euro davongekommen. 2014 gab es dann wegen weiterer Vergehen die Doping-Höchststrafe von 100 000 Euro.

krone Sport
Redaktion
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