Sa, 18. November 2017

Audienz in Rom

20.04.2016 16:42

„Herzlicher Mensch!“ Skistars vom Papst begeistert

Um Punkt 9 Uhr früh öffnete sich am Mittwoch im kleinen Empfangssaal Paolo VI. im Vatikan die Tür: Papst Franziskus ließ die 85-köpfige Delegation des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) nicht warten. Mit einem "Grüß Gott" auf den Lippen betrat das Oberhaupt der katholischen Kirche den relativ kleinen Raum unter dem Applaus der Österreicher. Unsere Wintersport-Stars waren von der privaten Audienz bei Papst Franziskus im Vatikan begeistert

Die Stimmung in der Auletta im Vatikan ist ehrfürchtig. Die Szenerie wirkt geheimnisvoll. Und die Gesichter mancher Stars angespannter als vor den meisten Rennen, als Papst Franziskus wie vereinbart um Punkt 9 Uhr den Raum betritt. "Es umgibt ihm eine unglaubliche Ausstrahlung", sagt Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. Und Riesentorlauf-Königin Eva-Maria Brem ist beeindruckt: "Es alles völlig unwirklich. Aber plötzlich steht er direkt vor dir, und man weiß: Das ist tatsächlich kein Film."

Die Straßen rund um den Petersplatz waren an diesem Morgen schon um 7 Uhr Früh heillos verstopft. Auch die beiden Busse, die der österreichische Skiverband für seine Sonderaudienz gemietet hatte, konnten nicht bis zum Vatikan vorfahren. Weil wie jeden Mittwoch zigtausend Gläubige an der Generalaudienz teilnehmen wollen. In der Auletta sind es nur rund 80, die der Heilge Vater empfängt. Und ganz im Gegensatz zu den strengen Verhaltensregeln, die es anlässlich solcher Sonderaudienzen bei den meisten seiner Vorgänger gab, scheint es unter Franziskus so gut wie keine zu geben. Selbst Fotografieren ist erlaubt. Sogar mit Handys.

Peter Schröcksnadel hält eine kurze Ansprache. Der ÖSV-Präsident bedankt sich bei Franziskus für den Empfang und überreicht einen Scheck für die "Missio". Die päpstlichen Missionswerke, mit denen vor allem die ärmsten Kinder Afrikas unterstützt werden. "Wir helfen dem Papst beim Helfen", erklärt er später beim Mittagessen im Ristorante "Antico Casale La Caravona" im Zentrum Roms, "aber über die Höhe der Spende will ich nichts sagen - weil es dann sicher wieder für die einen zu viel und für die anderen zu wenig ist."

Doch Georg Gänswein, der Präfekt des Päpstlichen Hauses, sagt zu ÖSV-Sportdirektor Hans Pum, der diese Audienz organisiert hatte, beim Abschied: "Herzlichen Dank für die äußerst großzügige Unterstützung." Stellvertretend für all die Sportler spricht Hannes Reichelt ein paar Worte. "Ich war viel nervöser als etwa am Start der Streif. Weil ich dort meist genau weiß, was ich zu tun habe. Aber hier, das war etwas ganz Spezielles, etwas Einzigartiges."  Super-Adler Gregor Schlierenzauer ist ebenfalls beeindruckt: "Es war eine Riesenehre. Und für mich war  faszinierend, welch ungeheure positive Energie dieser Mann ausstrahlt!"

Natürlich ergreift auch Franziskus selbst das Wort. "Sie sind Vorbilder für alle, vor allem für die Jugend", verneigt er sich verbal vor den Athleten und Athletinnen, "nicht nur wegen ihrer Leistungen, sondern aufgrund der Tugenden und Werte, für die der Sport steht. Seien Sie Botschafter der Bewahrung der Umwelt und der Schönheit der Schöpfung. Vielen Dank für Ihren Besuch!"

Danach geht er die Runde und schüttelt jeder und jedem der Delegation die Hand. Conny Hütter, Eva-Maria Brem, Michi Kirchgasser, Philipp Schörghofer, Oti Striedinger, Marco Schwarz, Claudia Lösch, den Betreuern, den Funktionären und so weiter und so fort.
Die emotionalsten Momente erlebt aber Abfahrtsstar Romed Baumann. Erst am 9. April kam seine erste Tochter Magdalena zur Welt. Er zeigt Franziskus ein Foto der Kleinen. Der Papst spricht ein kurzes Gebet, um dann sogar ihr Taufketterl zu segnen. "Ihre Mama, die Vroni", sagt Romed stolz, "wird das gar nicht glauben können." Es ist auch kaum zu glauben.

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