Sa, 18. November 2017

OP in Calgary

29.11.2015 10:08

Dürager-Sturz: Heftige ÖSV-Kritik an Abtransport

Die Herren-Abfahrt in Lake Louise wurde am Samstagabend von einem schweren Sturz überschattet. Der Österreicher Markus Dürager wurde im Mittelteil ausgehebelt und ins Fangnetz geschleudert. Er erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch im linken Bein und einen Bruch des linken Handgelenks. Der ÖSV übte danach heftige Kritik am Abtransport des verletzten Skifahrers.

Dürager musste nach dem schlimmen Sturz per Hubschrauber abtransportiert und dann mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Der 25-Jährige wurde noch am Samstag in Calgary operiert. Wie lange er ausfallen wird, ist derzeit noch völlig unklar. Das Rennen war ungefährt 30 Minuten lang unterbrochen, ehe es wieder aufgenommen werden konnte.

ÖSV-Kritik wegen Abtransport
Vonseiten des ÖSV gab es noch am Samstag Kritik an den Veranstaltern, weil der Transport von Dürager ins Krankenhaus von Banff und dann weiter nach Calgary sehr lange gedauert habe. Zumindest fünf Stunden habe es gedauert, hieß es. Abfahrtschef Florian Winkler regte an, dieses seit Jahren in Lake Louise befolgte Protokoll doch endlich zu ändern, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

"Es kann nicht sein, dass der Bursche mit einem offenbar doch recht komplizierten Unterschenkelbruch stundenlang herumgefahren wird", kritisierte Winkler das Prozedere in Kanada. Winkler erinnerte an Fälle wie jenen des Österreichers Matthias Lanzinger, der im März 2008 in Norwegen nach einem im Rennen erlittenen Unterschenkelbruch wegen einer missglückten Behandlung einen Unterschenkel verloren hatte.

"Verstehe nicht, warum man nicht lernen will"
In Kanada gibt es die Diskussion über die Art der Versorgung von nicht lebensgefährlich verletzten Skirennfahrern schon seit langem. 2009 etwa waren die schwer verletzten Thomas Lanning und John Kucera ähnlich umständlich und langwierig herumkutschiert worden. Auch damals hatte es viel Kritik gegeben.

"Ich verstehe nicht, warum man nicht endlich reagieren und lernen will", kritisierte Winkler. "Das ist so, wie wenn man bei uns daheim einen gestürzten Läufer von Seefeld nach Innsbruck und von dort nach Salzburg bringt, statt ihn direkt in die Klinik zu fliegen. Wir sind alle dafür, dass sich da endlich etwas ändern sollte am System. Regeln hin oder her, man weiß, was bei so etwas passieren könnte", warnte der Coach.

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