Fr, 17. November 2017

Bewerber-Rekord

26.10.2015 16:25

UEFA kürt Infantino zu Platini-Ersatz in FIFA-Wahl

Eine Ersatzlösung für Michel Platini ist gefunden: Angesichts der Sperre des Präsidenten stellte die Europäische Fußball-Union UEFA am Montag ihren Generalsekretär Gianni Infantino als Notfall-Lösung auf und offenbarte damit erhebliche Zweifel an einer Kandidatur des momentanen Chefs. Insgesamt gibt es so viele Kandidaten wie noch nie in der Ära des scheidenden Amtsinhabers Joseph Blatter.

Acht Bewerber starten in das Rennen um die Nachfolge von Blatter - und auch Europa hat sich kurz vor Fristende noch auf einen Plan B geeinigt. "Wir glauben, dass Gianni Infantino alle Qualitäten hat, die es braucht, um die großen Herausforderungen anzugehen. Er kann die Organisation auf den Weg der Reformen führen, um die Integrität und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen", teilte die UEFA-Exekutive nach einer Telefonkonferenz mit. In dem Statement erwähnte die UEFA Platini mit keinem Wort. Derzeit gilt als wahrscheinlich, dass sich der 45-jährige Italo-Schweizer Infantino anstelle von Platini zur Wahl des Nachfolgers von Blatter am 26. Februar stellt. Wegen einer von Blatter erhaltenen dubiosen Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken ist Platini derzeit für 90 Tage von der FIFA-Ethikkommission gesperrt.

Macht Infantino bei Platini-Reinwaschung Schritt zurück?
Nach Ende der Bewerbungsfrist folgt ein Integritätscheck der Anwärter. Dieser soll zwar nicht durchgeführt werden, solange ein Kandidat gesperrt ist; ein Freispruch Platinis im Ethikverfahren wäre allerdings eine große Überraschung. Die Suspendierung des 60-jährigen Franzosen läuft Anfang Jänner aus und kann noch um 45 Tage verlängert werden. Sollte Platini doch noch antreten dürfen, würde Infantino voraussichtlich seine Kandidatur zurückziehen. Der Jurist ist der Öffentlichkeit vor allem aus seiner Rolle bei Auslosungen von Europameisterschaften und Europapokal-Bewerben bekannt.

Asiens Verbandschef Scheich Al Chalifa auch dabei
Ebenfalls am Montag kam die Nachricht von der Kandidatur des von Menschenrechtlern scharf kritisierten asiatischen Verbandschefs Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa. Auch er hat seine Bewerbung angekündigt, wie der Kontinentalverband AFC am Montag bestätigte. Menschenrechtsorganisationen werfen der Familie Al Chalifa vor, an der Niederschlagung der Anti-Regierungsproteste in Bahrain beteiligt gewesen zu sein. Es ist möglich, dass die FIFA-Ethikkommission gegen ihn ermittelt.

Der liberische Verbandspräsident Musa Bility erklärte, dass die notwendigen Unterstützerstimmen von mindestens fünf FIFA-Mitgliedsverbänden für ihn dem Weltverband übergeben worden seien. "Ich bin ein sehr glücklicher Mann", sagte Bility bei BBC Sport. "Wenn wir den Fußball verändern wollen, dann müssen wir sicherstellen, dass diejenigen, die die FIFA seit 20-25 Jahren führen, nichts mehr damit zu tun haben."

Wer wird Nachfolger des scheidenden Joseph Blatter?
Bisher streben darüber hinaus der zuletzt Blatter unterlegene Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien, der frühere Fußballprofi David Nakhid aus Trinidad und Tobago, der Ex-FIFA-Generalsekretär Jerome Champagne und der Südafrikaner Tokyo Sexwale die Nachfolge von Joseph Blatter an. Der ehemalige Weltverbands-General Michel Zen-Ruffinen will sich möglicherweise ebenfalls bewerben.

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