Sa, 18. November 2017

Zustrom ungebrochen

22.09.2015 12:35

Kein Zugverkehr Salzburg-Bayern bis 4. Oktober

Am Montag sind 11.000 Flüchtlinge nach Österreich gekommen. 8600 übernachteten in Notquartieren, 800 weitere verbrachten die Nacht in Sammelstellen, berichtete Gerry Foitik, der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes. Wegen des ungebrochenen Zustroms bleibt der Zug-Fernverkehr von und nach Deutschland über Salzburg vorerst bis 4. Oktober in beide Richtungen eingestellt. "Es gibt keinen Schienenersatzverkehr", sagte ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel.

"Kunden, die von Salzburg nach München wollen, müssen mit dem Bus oder dem Taxi nach Freilassing fahren", so Zumtobel. Der Korridorverkehr über das Deutsche Eck sei von der Maßnahme aber nicht betroffen: Die Züge von und nach Innsbruck, Bregenz und Zürich halten in Bayern nicht und verkehren planmäßig. Nicht betroffen sind auch alle anderen Grenzübergänge von und nach Deutschland.

"Der Zugverkehr am Salzburger Hauptbahnhof verläuft planmäßig. Die Züge sind mit hoher Pünktlichkeit auf Schiene. Auch die Kundenbereiche und Geschäfte am Vorplatz und in der Bahnhofspassage sind einfach und problemlos erreichbar", so Zumtobel. S-Bahnen im Nahverkehr werden nur bis zur Haltestelle Salzburg-Liefering kurz vor der Grenze geführt.

Weiterreise der Flüchtlinge läuft gut
Das bevorzugte Zielland der Flüchtlinge war auch am Montag weiterhin Deutschland. Die Weiterreise der Menschen funktionierte Foitik zufolge sehr gut, wodurch die österreichischen Quartiere entlastet wurden. Neben Bussen und Sonderzügen seien viele Migranten auch über die grüne Grenze nach Deutschland weitergezogen.

Foitik ging davon aus, dass der Zuzug bis Freitag in etwa gleich bleiben werde. "Es gibt derzeit keine Spitzen, die Situation kann sich aber immer ändern", sagte der Bundesrettungskommandant. Am Wochenende dürfte sich der Zustrom nach Österreich erfahrungsgemäß wieder verstärken, aufgrund der inzwischen hohen Zahl an Notschlafstellen sehe man aber auch dieser Entwicklung "gelassen entgegen". Problematisch ist lediglich die lange Dauer des Einsatzes: Falls sich die Situation in den kommenden Wochen nicht entschärft, müssten mehr hauptberufliche Kräfte die Arbeit der freiwilligen Helfer übernehmen.

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