So, 19. November 2017

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08.07.2015 09:48

Hitzefrei für Fiakerpferde: Sima prüft Grundlagen

Die Debatte um Fiakerpferde und ihre Dienste bei den sommerlichen Temperaturen geht in die nächste Runde. Nachdem die Salzburger Fiaker den Tieren am vergangenen Sonntag hitzefrei gegeben hatten, appelliert nun Wiens Tierschutzstadträtin Ulli Sima an die Fiakerunternehmer der Bundeshauptstadt, dem Beispiel zu folgen. Darüber hinaus bereitet die Stadt derzeit die rechtlichen Grundlagen für gesetzliche Maßnahmen auf.

"Dazu brauchen wir aber eine fundierte wissenschaftliche Expertise, die wir im Rahmen einer Studie von einer renommierten Pferdeexpertin erarbeiten lassen", so Sima. Aufgrund dessen will man künftig entscheiden, ob die Pferde bei gewissen Temperaturen zu Hause bleiben sollen.

Erschöpfte Pferde unter Tel.: 01/4000/8060 melden
Die Veterinäre der MA 60 sind derzeit täglich unterwegs und kontrollieren den Zustand der Tiere. Es werden alle Fiakerstandplätze kontrolliert, die Gesundheit und das Verhalten der Tiere genau beobachtet. Wenn es Probleme gibt, dann werden die Tiere aus dem Fiakerbetrieb genommen. In Wien sind nach Angaben des Magistrats alle Fiakerstandplätze im Schatten und mit frischem Hochquellwasser versehen. Die MA 60 geht allen Hinweisen auf erschöpfte Tiere nach, sie können unter der Tel.: 01/4000/8060 unter Angabe der Nummerntafel (F-Nummer) der Kutsche und des Standplatzes gemeldet werden.

FPÖ-Matiasek: "Große Stauwärme in der Innenstadt"
Wenn es nach Wiens FPÖ-Stadträtin und Tierschutzsprecherin Veronika Matiasek geht, sollte es hitzefrei für Fiaker geben. Alles über 28 Grad sei schlichtweg Tierquälerei, so Matiasek: "Nicht etwa, weil Pferde die brütende Hitze grundsätzlich nicht vertragen, sondern weil sie dem glühend heißen Asphalt ausgesetzt sind, auf dem sie ihre Runden drehen müssen. Die Stauwärme, die zwischen den Mauern der Innenstadtgebäude entsteht, macht es um nichts besser. Die Pferde sind also gezwungen, nicht nur die angesagten 37 Grad Außentemperatur zu ertragen, sondern weit mehr - nämlich bis zu 70 Grad." Ein sofortiges Fiaker-Fahrverbot für die Innenstadt an heißen Tagen sei zu verhängen, fordert Matiasek.

"Vier Pfoten" riefen Petition ins Leben
Auch die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" begrüßt den Vorstoß von Wiens Stadträtin Ulli Sima, gesetzliche Maßnahmen für "Hitzeferien" für Fiaker zu prüfen. "Hitzefrei sollte ab 30 Grad gesetzlich gelten", so "Vier Pfoten"-Kampagnenmitarbeiterin Irina Fronescu. "Die Pferde haben nämlich an vielen Stehplätzen nicht ganztägig Schatten und somit keine Möglichkeit, der Sonne auszuweichen." Die Organisation hat eine Petition mit einem Sechs-Punkte-Programm für Fiakerpferde ins Leben gerufen. Punkt fünf schlägt "hitzefrei ab 30 Grad" vor.

Maggie Entenfellner freut sich über Vorstoß
"Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner macht sich bereits seit Jahren für bessere Arbeitsbedingungen für Fiakerpferde stark: "Die Stadt Wien hat bereits viele Verbesserungen umgesetzt und die Kontrollen verstärkt. Stadträtin Sima ist in Bezug auf die Fiakerpferde sehr engagiert. Dass jetzt die rechtlichen Grundlagen für 'Hitzeferien' geprüft werden, kann ich nur begrüßen."

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