Mo, 23. April 2018

Boston-Marathon

18.04.2006 15:58

Kenianischer Doppelsieg beim Boston-Marathon

Robert Cheruiyot hat beim 110. Boston-Marathon Geschichte geschrieben: Der 27 Jahre alte Kenianer feiert am Ostermontag in 2:07:14 Stunden seinen zweiten Erfolg in Boston nach 2003 und verbessert gleichzeitig den zwölf Jahre alten Streckenrekord seines Landsmannes Cosmas Ndeti um eine Sekunde. Vor knapp 500.000 Zuschauern komplettiert Rita Jeptoo den kenianischen Doppelsieg und triumphiert gleich bei ihrem Boston-Debüt mit der persönlichen Bestzeit von 2:23;38. Beide Gewinner kassieren 100.000 Dollar Siegprämie.

"Meine Taktik ging perfekt auf, aber mit dieser Zeit habe ich nicht gerechnet", erklärte Cheruiyot, der seinen Landsmann Benjamin Maiyo (2:08,21) und den amerikanischen Olympia-Zweiten Bob Keflezighi (2:09:56) auf die Plätze verwies. Bei Temperaturen von 14 Grad erfüllte der mit viel Spannung erwartete Auftakt der neu gegründeten Majors-Serie dank des dramatischen Endes die hohen Erwartungen. Renndirektor Guy Morse hatte den Frühjahrs-Klassiker als "Beginn einer Revolution im Marathon" bezeichnet und erlebte einmal mehr die Demonstration der afrikanischen Überlegenheit.

Maiyo leistete die erste Hälfte des Rennens fast ausnahmslos die Führungsarbeit. Nach 24 Kilometern startete er seinen ersten Ausreißversuch und lief sechs Kilometer allein. Bei Kilometer 30 schloss Cheruiyot zu ihm auf und zog am legendären Heartbreak Hill mit einem unwiderstehlichen Zwischensprint schließlich an ihm vorbei. Erst auf der Zielgeraden schien der 1,88 m lange Cheruiyot zu realisieren, dass Ndetis Streckenrekord in Reichweite war. Mit einem energischen Finish sicherte er sich den Rekord und die dafür fällige Bonuszahlung in Höhe von 25 000 Dollar.

Einreiseprobleme für Damen-Siegerin
Bei den Frauen hätte Jeptoo wegen Problemen mit ihrerm Einreisevisum beinahe gar nicht starten können. "Das hat meine Vorbereitung ein bisschen gestört, aber ich bin heute das Rennen meines Leben gelaufen und superhappy", meinte die 25-Jährige, die bisher lediglich Erfolge beim Mailand- und Stockholm-Marathon aufzuweisen hatte.

Das Rennen in Boston war gleichzeitig der Start der neu gegründeten Marathon-Majors-Serie. Am kommenden Sonntag wird die Welt-Tour in London fortgesetzt, bevor im Herbst die Rennen in Berlin (24. September), Chicago (22. Oktober) und New York (5. November) gelaufen werden. 

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