Mo, 18. Dezember 2017

Verspäteter Brief

26.03.2015 16:37

Witwe verunsichert: "Wer liegt in diesem Grab?"

Wie viel Leid muss diese Frau noch ertragen? Charlotte Czapka aus Wien-Donaustadt musste ihrem Mann nach einer Lungenentzündung beim Sterben zusehen. Wochen später kam ein Brief: Sie möge die Leiche doch vom SMZ Ost abholen lassen. Doch da war der 80-Jährige längst begraben.

"Das war ein Schock!", schildert die 83-Jährige. "Ist der Mann in der vergrabenen Urne auch wirklich meiner? Wer liegt da in dem Grab?"

Dabei war es so schon schlimm genug für die Pensionistin. Mitte Jänner des heurigen Jahres: Walter Karl musste ins Spital. Aus einer leichten Verkühlung war eine Lungenentzündung geworden, der Patient bekam kaum noch Luft, Charlotte Czapka rief die Rettung. Die Betreuung im SMZ Ost beschreibt sie heute als katastrophal. Niemand kümmerte sich um den 80-Jährigen, er wurde nicht gefüttert, schließlich verschwand Kleidung und auch die Uhr des Pensionisten. Gegen die Lungenentzündung konnte niemand mehr etwas unternehmen. Walter Karl starb, er wurde eingeäschert und am Zentralfriedhof begraben.

KAV: "Es ist zu keiner Verwechslung gekommen"
Und plötzlich dieser Brief: Wenn der Tote nicht abgeholt wird, "sehen wir uns veranlasst, im Sinne des Leichen- und Bestattungsgesetzes dies der MA 15 mitzuteilen". Abgeholt? Herr Karl war doch schon begraben. Ein Sprecher des Krankenanstaltenverbundes: "Es wurde vergessen, den Verstorbenen aus einer Liste auszutragen. Der Dame wurde mehrfach versichert, dass es zu keiner Verwechslung gekommen ist." Die Verunsicherung, sagt sie, aber bleibt.

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