So, 27. Mai 2018

Riesiger Vorsprung

26.10.2014 13:45

Marcel Hirscher triumphiert zum Auftakt in Sölden!

Nach neun Jahren hat Marcel Hirscher Österreich endlich erlöst. Der Weltcup-Gesamtsieger gewann am Nationalfeiertag nach einer Sensationsvorstellung den Auftakt-Riesentorlauf in Tirol mit 1,58 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Fritz Dopfer sowie 2,06 Sekunden vor dem Franzosen Alexis Pinturault. Während Topfavorit Ted Ligety nur Zehnter wurde, verpasste Benjamin Raich als Vierter das Podest nur um eine Hundertstel. Für Österreich war es ein goldener Weltcup-Auftakt nach dem Sieg von Anna Fenninger am Samstag.

15.000 Fans waren bei Kaiserwetter aus dem Häuschen, als Hirscher am österreichischen Nationalfeiertag zu seinem 24. Weltcupsieg raste. Der Salzburger hatte schon als Halbzeitführender seine Muskeln gezeigt, nachdem er trotz eines groben Fehlers Ligety um 19 Hundertstel hinter sich gelassen hatte. Im Finale patzte der US-Amerikaner beim Versuch, als erster Fahrer Sölden vier Mal in Folge zu gewinnen, aber entscheidend: Nach einem Fehler vor dem Flachen wurde der US-Olympiasieger sogar nur Zehnter.

Erster Herren-Sieg in Sölden seit 2005
Hirscher hingegen fuhr auch in der Entscheidung souverän und holte mit seinem allerersten Triumph auf dem Rettenbachferner auch seinen zehnten Riesentorlauf-Sieg überhaupt. Einen Tag nach dem Sieg für Anna Fenninger startete damit auch der 25-jährige Salzburger nicht nur perfekt in seine Titelverteidigung, sondern beendete auch zwei Serien: Nach neun Jahren (Hermann Maier 2005) ging die Sieglosigkeit der ÖSV-Herren in Sölden zu Ende, erstmals seit 2002 (Nicole Hosp und Stephan Eberharter) standen Österreicher beim Gletscher-Heimauftakt in beiden Rennen ganz oben.

"Ich hab's nicht glauben können im Ziel", gestand ein überglücklicher Hirscher nach dem Rennen. Der Weltcup-Titelverteidiger war vor dem Rennen extrem nervös gewesen, erst nach Bestzeit in Lauf eins hatte er sich entspannt gezeigt.

Erster Deutscher auf Sölden-Podest
Dank neuer Skier und spezieller Bindungsplatte für unruhige Verhältnisse fuhr der Annaberger, der über den Sommer deutlich Muskelmasse aufgebaut hat, in Sölden erstmals auch im flachen Streckenteil allen auf und davon – und gewann. Allerdings nicht vor Ligety, sondern vor Dopfer, dessen Coach den unrhythmischen zweiten Lauf gesetzt hatte. "Bisher ist mir Sölden nicht entgegen gekommen", freute sich der in Innsbruck geborene Fahrer, der es als erster deutscher Herr auf das Sölden-Podest schaffte.

Bei Hirscher war die Erleichterung unübersehbar. "Es ist einfach nur cool", sagte der Annaberger, der hier vor zwei Jahren von Ligety noch um dreieinhalb Sekunden distanziert worden war. Diesmal blieb der Amerikaner über drei Sekunden zurück. Mit seiner Machtdemonstration am Nationalfeiertag drehte Hirscher erstmals den Spieß um und übernahm sechs Monate nach seinem Finalerfolg im Lenzerheide-Slalom sofort wieder das rote Trikot des Gesamtführenden. Besser hätte der Start in den Versuch, als erster männlicher Skifahrer die große Kristallkugel vier Mal in Folge zu gewinnen, nicht beginnen können.

"Die Skier schieben brutal an"
"Es war schon lange nicht mehr so anstrengend, ich weiß gar nicht, wo genau ich eigentlich schnell war", sagte Hirscher nach seinem Triumph auf dem Gletscher. "Gott sei Dank schieben die Skier brutal an, da geht echt die Post ab. Das Ganze ist richtig schräg. Ich bin echt befreit, jetzt habe ich eine echte Gaudi", sprudelte es aus dem Österreicher heraus.

Nur vier Österreicher kamen beim ersten Rennen mit Andreas Puelacher als neuem Herren-Cheftrainer ins 30er-Finale, als drittbester schaffte der Tiroler Christoph Nösig ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss als 19. ein gutes Comeback. Philipp Schörghofer hingegen kam über Platz 25 nicht hinaus.

Benni fehlte eine Hundertstel aufs Podest
Knappest möglich scheiterte Benjamin Raich bei seinem 14. Versuch, in Sölden auf das Podest zu kommen. Um eine läppische Hundertstelsekunde verpasste der 36-jährige Tiroler Platz drei und wurde stattdessen zum bereits vierten Mal nach 2005, 2007 und 2008 Vierter. "Natürlich wäre es möglich gewesen, eine Hundertstel schneller zu fahren. Aber das hier ist nun mal nicht einer meiner Lieblingshänge, es war trotzdem ein sehr schöner Tag", sagte der faire Pitztaler.

Weiter geht's im Weltcup Mitte November, in Levi stehen die ersten Slaloms bei Damen (15.11.) und Herren (16.11.) auf dem Programm.

Das Ergebnis des Herren-Riesentorlaufs in Sölden:

PLEISCH Manuel
RangNameLandGesamtRückstand
1HIRSCHER MarcelAUT2:28.09
2DOPFER FritzGER2:29.67+1.58
3PINTURAULT AlexisFRA2:30.15+2.06
4RAICH BenjaminAUT2:30.16+2.07
5MUFFAT-JEANDET V.FRA2:30.23+2.14
6SIMONCELLI DavideITA2:30.38+2.29
7SANDELL MarcusFIN2:30.76+2.67
8FANARA ThomasFRA2:30.94+2.85
9NANI RobertoITA2:31.09+3.00
10LIGETY TedUSA2:31.11+3.02
11JANKA CarloSUI2:31.21+3.12
12MURISIER JustinSUI2:31.31+3.22
13EISATH FlorianITA2:31.39+3.30
14LINDH CalleSWE2:31.57+3.48
15JANSRUD KjetilNOR2:31.61+3.52SUI2:31.66+3.57
17HAUGEN Leif KristianNOR2:31.86+3.77
18BORSOTTI GiovanniITA2:31.99+3.90
19NÖSIG ChristophAUT2:32.26+4.17
20MYHRER AndreSWE2:32.33+4.24
21BROWN PhilCAN2:32.48+4.39
22OLSSON MattsSWE2:32.54+4.45
23RICHARD CyprienFRA2:32.57+4.48
24KRANJEC ZanSLO2:32.58+4.49
25SCHÖRGHOFER P.AUT2:32.98+4.89
26JITLOFF TimUSA2:35.26+7.17
27LUITZ StefanGER2:38.80+10.71

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