So, 22. Oktober 2017

"Das war klar"

23.08.2014 12:44

Sechstes Triebwerk nötig? Vettel droht Strafe

Für Sebastian Vettel reißen die Probleme in dieser Formel-1-Saison einfach nicht ab. Der dringend notwendige Motorwechsel nach dem ersten Training zum Großen Preis von Belgien bedeutet für den viermaligen Weltmeister nicht nur einen herben Rückschlag für das Rennen in Spa-Francorchamps. Jetzt droht Vettel sogar, dass er beim nächsten WM-Lauf in Monza das sechste Triebwerk einsetzen lassen muss.

Dann würde er dafür zehn Startplätze nach hinten strafversetzt werden. "Ich hab' keine Wahl. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als geduldig zu sein", kommentierte der Red-Bull-Pilot das nächste Missgeschick fatalistisch.

Nur fünf Motoren pro Saison erlaubt
Das Reglement ist klar: Jeder Pilot darf in dieser Saison fünf Motoren einsetzen. Jeder weitere notwendige Antriebs-Austausch hat jeweils den Verlust von zehn Startpositionen zur Folge. Muss sogar die gesamte Power Unit gewechselt werden, bedeutet dies einen Start aus der Boxengasse.

Vettel macht sich keine Illusionen, um diese Sanktionen herumzukommen. Die Frage ist nur, wie oft ihn das bei nach Belgien noch sieben ausstehenden WM-Läufen trifft. "Dass wir nicht mit fünf Motoren durchkommen, war klar", sagte der Titelverteidiger angesichts des bisherigen Verbrauchs. Verschiedenste Defekte am Renault-Aggregat machten außergewöhnlich viele Wechsel nötig.

Litanei an Defekten
In Spa war im ersten Training am Freitag bereits nach elf Runden Schluss, weil nach einer Kette von Defekten der Auspuff einen Riss bekommen hatte und durch die ausströmende Hitze weitere Teile beschädigt wurden. Um keinen kompletten Motorschaden zu riskieren, entschlossen sich die Verantwortlichen zu einem Wechsel. In Belgien fährt Vettel nun mit einem älteren Modell mit weniger Power, höherem Spritverbrauch und ohne die neuesten Komponenten. Am Samstag wurde er damit im letzten freien Training nur 13.

Renault hofft, den lädierten Hybrid-Turbo retten und weiter einsetzen zu können. Dadurch würde sich der Einbau des sechsten Motors etwas verzögert werden können. Klarheit verschafft erst eine genaue Analyse im Werk.

"Kein Risiko eingehen"
Vettel fiebert mit: "Hoffentlich ist er nicht kaputt. Wir wollten auf jeden Fall kein Risiko eingehen." Insgesamt ist die Situation in der neuen Antriebs-Ära komplex. Die Power Unit besteht aus dem Turbomotor, einer Energierückgewinnung über die Auspuffgase (MGU-H), einer Energierückgewinnung beim Bremsen (MGU-K), der Batterie und weiteren Elementen. "Je nachdem, ob wir nur den Motor oder alle Komponenten wechseln, fällt die Strafe höher oder geringer aus", erklärte Renault-Motorenchef Rob White im Fachmagazin "auto motor und sport" die Konsequenzen.

"Wenn wir in Monza den sechsten Motor erst nach der Qualifikation wechseln, dürften wir das ausgebaute Aggregat erst wieder beim Finalrennen einsetzen. Oder in Freitagstrainings", ging der Experte ins Detail. Erfolge der Austausch, bevor der Rennwagen im Parc ferme abgestellt werde, könne das Triebwerk variabel eingesetzt werden. "Aber je früher wir Motor Nummer 6 bringen, umso mehr verschenken wir an möglichen Modifikationen, die im Rest des Jahres anfallen", wies White auf erhebliche Nachteile hin.

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