Do, 23. November 2017

Häufiges Problem

01.07.2013 13:01

Die Überfunktion der Schilddrüse bei Katzen

Die Tierärztin kennt den früher leicht übergewichtigen, gutmütigen Kater "Garfield" seit vielen Jahren. Untersuchungen und Behandlungen ließ er bisher stets problemlos über sich ergehen. Jetzt ist das 14-jährige Tier kaum noch wiederzuerkennen: abgemagert trotz Heißhunger, struppiges Fell, Durchfall, Erbrechen. Und aus dem friedlichen Garfield ist ein nervöses, aggressives Geschöpf geworden.

Nachdem die Tierärztin ihre Untersuchung abgeschlossen hat, steht die Diagnose fest: Garfield leidet an einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) - eine der häufigsten Hormonstörungen bei älteren Katzen. Ursache ist meistens ein gutartiger Tumor, der für eine Überproduktion an Schilddrüsenhormonen sorgt.

Die Abklärung erfolgt genauso wie beim Menschen. Zunächst wird im Halsbereich nach Knoten getastet. Das Gewebe des Organs wird dann mittels Szintigraphie nach Injizieren einer radioaktiven Substanz überprüft. Diese Maßnahme erfolgt bei Katzen unter Kurznarkose. Anschließend müssen die Tiere 12 bis 48 Stunden im Strahlenschutzbereich der Klinik bleiben.

Symptome ähnlich wie bei Menschen
Wie beim Menschen heizt eine Überfunktion der Schilddrüse auch bei der Katze den Stoffwechsel an. Es werden mehr Kalorien verbraucht als aufgenommen. Das führt zum Gewichtsverlust, aber auch zum Mangel an Nährstoffen. Das Herz arbeitet viel zu schnell, sowohl zwei- als auch vierbeinige Patienten sind dadurch hektisch und kaum zu beruhigen.

Bluthochdruck mit plötzlicher Erblindung ist eine weitere Folge. Den Tierbesitzern fällt dann auf, dass ihre Lieblinge oft in Panik aufschreien und weit geöffnete Pupillen haben. Muskelschwäche, Zittern und Unverträglichkeit von Hitze sind ebenfalls Hinweise auf diese Erkrankung. Typisch sind zudem ein nach unten gebogener Hals und das struppige Fell.

Mehrere Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung kann in einer Operation (Entfernung des Organs) und einer sogenannten Radiojodtherapie bestehen. Dabei gelangt radioaktives Jod in die Schilddrüse und zerstört den Tumor. Diese Maßnahmen sind nicht rückgängig zu machen und haben Nebenwirkungen wie zum Beispiel eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Daher wird versucht, zunächst mit Tabletten zu helfen. Zum Beispiel mit dem neuen Wirkstoff Carbimazol, der nur einmal täglich verabreicht werden muss und völlig geschmacklos ist. Die Hormonwerte normalisieren sich, die Symptome verschwinden nach und nach. Da Überdosierung auch unerwünschte Wirkungen haben kann (Erbrechen, Verdauungsstörungen), ist strenge Kontrolle durch den Tierarzt nötig.

Achtung: Das Medikament heilt nicht, sondern reguliert nur die Hormonwerte - es muss also lebenslang gegeben werden! Bei Katzen, denen keine Tabletten verabreicht werden können, bleiben nur die erstgenannten Möglichkeiten.

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