Fr, 25. Mai 2018

Tournee im Fokus

28.12.2011 15:32

Schlierenzauer: "Ich habe noch einige Reserven!"

Gregor Schlierenzauers Bilanz nach nur fünf Jahren im Skisprung-Weltcup ist mit 36 Siegen, davon fünf auf Tournee-Schanzen, beeindruckend. Der Gesamtsieg in der Vierschanzentournee fehlt ihm jedoch noch. Für das Erreichen des neben Olympia-Einzelgold noch fehlenden Zieles macht er sich aber keinen Zeitdruck, wenngleich er überzeugt ist: "Ich habe noch einige Reserven!"

"Es ist ja kein Staatsgeheimnis, dass ich die Tournee gewinnen will. Ich habe aber nie gesagt, dass es heuer sein muss. Es kann heuer oder in drei Jahren sein", betonte Schlierenzauer vor der am Freitag beginnenden 60. Auflage.

Der Tiroler wurde bereits bei seiner Premiere in der Saison 2006/07 nach Siegen in Oberstdorf und Bischofshofen hinter dem Norweger Anders Jacobsen Tournee-Zweiter. Im folgenden Winter reichte es nach Platz zwei zum Auftakt, einem Sieg in Garmisch und dem Absturz bei widrigen Bedingungen in Bischofshofen lediglich zu Rang zwölf. Es folgten Platz drei (2008/09) und trotz zweier Tagessiege lediglich Platz vier (2009/10). In der Vorsaison verpasste Schlierenzauer nach einem Trainingssturz die ersten beiden Stationen und auch heuer hatte er im Vorfeld mit Sturzverletzungen zu kämpfen.

"So bleibt mir noch ein riesengroßes Ziel"
Mittlerweile kann er dem Verletzungspech und dem stets verpassten Tournee-Sieg aber sogar gute Seiten abgewinnen. "Ich sehe die Verletzungen nicht so negativ. Ich bin sogar froh, dass der Sieg nicht in der ersten Saison passiert ist. Dann wäre die Tournee irgendwie nichts mehr wert. Das wollte damals so sein, alles was leicht hergeht, ist nichts wert. Es wäre ja schade, wenn man mit 21 alles gewonnen hätte, so bleibt mir noch ein riesengroßes Ziel", sagte der mittlerweile von den Sturzverletzungen in Engelberg genesene Weltmeister.

"Ich mache mir keinen Druck"
Angesichts der eben erst überstandenen Sturzfolgen und der vom vierfachen Saisonsieger Andreas Kofler angeführten Konkurrenz gilt Schlierenzauer diesmal nicht als Topfavorit. Dennoch ist er zuversichtlich, den kleinen Rückstand wettmachen zu können. "Ich bin gut in Form und habe noch einige Reserven. Ich mache mir keinen Druck, ich habe gut gearbeitet. Ich sehe die Tournee als vier Einzelspringen, am Schluss wird man dann sehen, was der Computer ausspuckt. Ich werde jedenfalls versuchen, Gas zu geben", erklärte der 21-Jährige.

Zudem wies Schlierenzauer darauf hin, dass bei der Tournee nur selten der Topfavorit gewinne. "Bis jetzt hat nur in wenigen Ausnahmen der ganz große Favorit den Titel geholt. Es geht mir nicht nur um den Tourneesieg, es geht um meinen Weg, der mit 36 Weltcup-Siegen bisher ja nicht so schlecht war. Die anderen sind keine Nasenbohrer, aber wie gesagt, ich habe noch einige Reserven", bekräftigte er seine Ambitionen.

Loitzl dank Sieg in Engelberg ebenfalls im ÖSV-Team
Routinier Wolfgang Loitzl steht indes ebenfalls im österreichischen Team für die Vierschanzentournee. Der Steirer gewann am Mittwoch das zweite Engelberger Continentalcup-Springen ex aequo mit dem Norweger Kenneth Gangnes, womit er das ÖSV-interne Duell um einen Tournee-Startplatz mit Michael Hayböck klar für sich entschieden hat. Der 20-jährige Oberösterreicher kam auf Rang sechs, nachdem er am Vortag als Siebenter vier Plätze hinter Loitzl gelandet war. Auch da hatte Gangnes gesiegt.

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