Mi, 23. Mai 2018

Erhöhung auf 1.500 €

22.09.2011 11:53

Kurz droht Schulverweigerern mit härterer Strafe

Mit 220 Euro oder einer bis zu zweiwöchigen Freiheitsstrafe können Eltern derzeit bestraft werden, wenn ihr Kind lange der Schule fernbleibt. Für Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, der dies verstärkt bei Familien mit Migrationshintergrund vermutet, geht das nicht weit genug: Er fordert einen "konsequenteren Vollzug" und damit einhergehend etwa eine Erhöhung der Verwaltungsstrafe auf 1.500 Euro wie in Deutschland.

Von 1.138 Verwaltungsstrafverfahren allein in Wien im laufenden Jahr führten bisher nur 371 zu Straferkenntnissen, wie aus einer aktuellen parlamentarischen Anfragebeantwortung des Unterrichtsministeriums hervorgeht. 2005 waren es etwa 500 Verfahren, aus der 337 Strafbescheide resultierten. Informationen zu Geschlecht oder Migrationshintergrund der Schulverweigerer werden dabei nicht erfasst, da diese laut Ministerium "für die Erledigung einer Verwaltungssache" in keiner Form "rechtserheblich" sind.

Motive der Schulpflichtverletzung sollen erhoben werden
Kurz sieht das anders und fordert vom Unterrichtsministerium als "Dienstaufsichtsbehörde" die Erhebung dieser Daten und Feststellung der Motive zur Schulpflichtverletzung. Die Forderung folgt auf den vor drei Monaten veröffentlichten Integrationsbericht, der verstärkte Sanktionen bei diesen Vergehen vorgeschlagen hatte.

Während von den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund fünf Prozent das Schulsystem ohne Abschluss verlassen, sind es bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund 15 Prozent, heißt es in dem Bericht. Neben höheren Strafen sprach sich der Expertenrat für Integrationsfragen aber auch für "besser ausgebildete Lehrkräfte sowie einen stärker individualisierten Unterricht" aus. Migranten könnten auch Zugang zu "vergünstigten" Angeboten an Abendschulen bekommen, wenn sie die Schule bis zur neunten Schulstufe nachholen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden