Di, 21. November 2017

Prozess vertagt

14.10.2010 16:26

Geprügelt und gezündelt - Schüler (14) vor Gericht

Ein 14-jähriger Hauptschüler soll in der Stadt Salzburg im vergangenen Sommersemester Mitschüler am Hals gepackt und mit Fäusten geschlagen haben. Außerdem soll er anderen Kindern gedroht haben, sie umzubringen. Laut Strafantrag waren vier Schüler betroffen. "Ich bin provoziert worden", rechtfertigte sich der Bub am Donnerstag vor einer Strafrichterin am Landesgericht Salzburg.

Die Drohungen habe er nicht ernst gemeint. Doch einige Klassenkameraden bezeichneten ihn als aggressiv, sie hätten sich vor ihm gefürchtet. Der Prozess wurde zur Einvernahme von weiteren Zeugen auf den 4. November vertagt.

Zimperlich scheint der Angeklagte nicht gewesen zu sein. Zwei Mitschüler berichteten von roten und blauen Flecken, die ihnen zugefügt worden seien. "Angezeigt worden bist du schon relativ oft", sagte Einzelrichterin Bettina Maxones-Kurkowski.

"Lausbubenstreich"
Verteidiger Michael Hofer verstand hingegen nicht, warum dieser Fall vor das Strafgericht gekommen ist: "Das sollte eigentlich schulintern gelöst werden. Die Pädagogen sind nicht in der Lage, Derartiges in den Griff zu bekommen." Es sei eigentlich nichts vorgefallen, außer dass der Teenager auf dem Weg zum Hort zündelte und unglücklicherweise 25 Thujen abbrannten.

"Ein Lausbubenstreich - bei Ludwig Thoma war das an der Tagesordnung", so der Verteidiger. Der Besitzer der Thujenhecke nannte allerdings einen Schaden von 4.000 Euro, den die Versicherung errechnet hatte.

Der Angeklagte - er stammt aus dem Ausland - bezeichnete sich als "sanften Typ". In der ersten Klasse Hauptschule hätte er sich noch mit seinen Mitschülern vertragen, doch in der zweiten Klasse habe er sich mit ihnen zerstritten. "Wenn mich jeder drei Jahre lang provoziert, dann reißt mir auch einmal der Kragen." Ein Mitschüler habe ihm den Mittelfinger gezeigt, ein weiterer "stieß mich, ich fiel gegen einen Tisch und brach mir den Ellbogen", schilderte der Angeklagte.

Eine Mitschülerin hätte ihn "Hurensohn" genannt, was das Mädchen im Zeugenstand auch bestätigte: "Er hat mich vorher genervt und fuhr mir mit dem Fahrrad rein." Im Prinzip habe der Beschuldigte aber keine argen Aktionen geliefert, sagte ein anderer.

In neuer Schule brav
Der 14-Jährige wurde von der Schule suspendiert und dann entlassen. Er lebt nun in einer Wohngemeinschaft einer sozialen Einrichtung und besucht eine Schule auf dem Land. "Wir verstehen uns dort alle gut", betonte der Schüler. Der Verteidiger legte der Richterin ein Schreiben vor, in dem die jetzigen Lehrer den Teenager als "unauffällig, brav und konzentriert" beschrieben hatten.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden